Schriftgröße

Ehrengast

Oberrabbiner besichtigt die Mikwe

Von Tobias Kaufmann, 18.03.10, 18:39h, aktualisiert 19.03.10, 14:57h

Der israelische Oberrabbiner Yona Metzger hat die Jüdische Gemeinde Köln besucht. Dort besichtigte er das erneuerte rituelle Tauchbad. Seit Jahren engagiert sich Metzger für den Dialog mit christlichen und muslimischen Geistlichen.

Yona Metzger
Bild vergrößern
Oberrabbiner Yona Metzger teilt das Brot. (Bild: Grönert)
Yona Metzger
Bild verkleinern
Oberrabbiner Yona Metzger teilt das Brot. (Bild: Grönert)
Innenstadt - Der israelische Oberrabbiner Yona Metzger hat am Mittwochabend die Jüdische Gemeinde Köln besucht. Dabei brachte er die Mesusa, eine Schrift-Kapsel, am Türrahmen der Mikwe an. Das rituelle Tauchbad war im Dezember renoviert worden. Metzger war auf Einladung einer europäischen Rabbinerkonferenz in Deutschland und hatte in den vergangenen Tagen mehrere erneuerte Mikwaot (Tauchbäder) besichtigt, unter anderem in Dresden und Krefeld.

Das Abendessen mit etwa 70 Mitgliedern der Kölner Gemeinde war die letzte Station der Tour, bevor der 56-Jährige am Donnerstag zurück nach Israel flog. Metzger war zum vierten Mal in Köln. „Das ist eine große Ehre für uns“, sagte Abraham Lehrer vom Gemeindevorstand. „Es gibt nicht viele europäische Gemeinden, die der Oberrabbiner seit seinem Amtsantritt so oft besucht hat.“

Yona Metzger ist seit 2003 aschkenasischer Oberrabbiner - das heißt, er ist die wichtigste religiöse Figur des europäischen Judentums in Israel. Ihm steht gleichberechtigt der sefardische (also zum orientalischen Judentum gehörende) Oberrabbiner Schlomo Amar zur Seite. Da es im Judentum kein hierarchisches System wie etwa in der katholischen Kirche gibt, hat Metzger gegenüber der Kölner Gemeinde keinerlei Weisungsbefugnis. Dennoch sind die israelischen Oberrabbiner innerhalb des Judentums anerkannte Persönlichkeiten, deren Urteil ernst genommen wird.

Engagement für Dialog

Yona Metzger stammt ursprünglich aus Haifa und ist der jüngste Oberrabbiner in der israelischen Geschichte. Er absolvierte seinen Militärdienst in einer Kampfeinheit im Norden des Landes, ist orthodox, gilt aber als moderat und legt Wert auf den Austausch mit der säkular geprägten israelischen Mehrheitsgesellschaft. Mit seinem Widerstand gegen Schwulen-Paraden in Jerusalem stieß er aber bei vielen Liberalen auf Kritik. In Konflikt war Metzger auch mit der Justiz - zwischen 2005 und 2008 lieferten sich der Rabbiner und Israels Generalstaatsanwalt Menachem Mazuz eine öffentliche Auseinandersetzung, nachdem Mazuz Metzgers Rücktritt aufgrund des Vorwurfs der Vorteilsnahme gefordert hatte. Die Verdächtigungen gegen den Oberrabbiner wurden letztendlich aber höchstrichterlich ausgeräumt.

Metzger engagiert sich seit Jahren für einen Dialog mit christlichen und muslimischen Geistlichen und brachte dazu 2004 die Idee auf, in Jerusalem die Organisation „Vereinte Religionen“ nach dem Vorbild der UN einzurichten. Metzgers Amtszeit endet 2013.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


Umfrage

Mehr autofreie Zonen für Köln?
Der Platz vor der Eigelsteintorburg ist schon autofrei, nun soll der Chlodwigplatz folgen. Auch für den Neumarkt schlägt der Masterplan vor, eine Seite für den Verkehr zu sperren. Ist das sinnvoll?


Special


Anzeige




Modisch aufgefallen


Junge Zeiten


Bildergalerien


Termine

Veranstaltungssuche

 

Veranstaltungs-Tipps

Manic Street Preachers

22. April 2012,
E-Werk Köln

 

Neue ksta.tv-Videos aus Köln




Offene Schulen


Top-Links (Anzeige)



Weitere Serien


ksta shop


Aktuelle Verkehrsinfos


Service


Mein ksta.de


ksta.de auf Facebook

KSTA auf Facebook

Aktion


Aktion



Hintergrund


Stadtmenschen Community


Extra


Dienste