Von Willi Feldgen, 18.03.10, 21:50h
Seit Beginn der Krise Mitte 2008 hat sich das Unternehmen allerdings von rund 1600 Mitarbeitern (davon 300 Leiharbeitern) getrennt. Im Wesentlichen sei dies sozialverträglich geschehen. Es habe „nur ganz wenige Kündigungen gegeben“, sagte Finanzchefin Margarete Haase. Derzeit würden noch knapp 4000 Mitarbeiter beschäftigt. Weiter sinken soll die Zahl nicht mehr.
124 Millionen Verlust
Die Senkung der Personalstärke, eine Optimierung der Produktionsprozesse und die Straffung der Organisation hätten die Kosten im vergangenen Jahr um 126 Millionen Euro reduziert, sagte Leube. Damit konnten die negativen Folgen des scharfen Einbruchs beim Absatz und beim Verkauf zwar gemildert, aber nicht ausgeglichen werden. Der Absatz brach um 53 Prozent auf 118 000 Motoren ein, der Umsatz (wegen eines Trends zu größeren Motoren) um 42 Prozent auf 863 Millionen Euro. Unter dem Strich schrieb die Deutz AG einen Verlust von 124 Millionen Euro. 2008 hatte es wegen des schwachen zweiten Halbjahrs einen Verlust von acht Millionen Euro gegeben.
Durch die erheblichen Kostenanpassungen werde die Gewinnschwelle für Deutz bis 2011 auf 125 000 Motoren sinken. 2008 lag der entsprechende Wert noch bei 230 000 und im vergangenen Jahr bei 150 000 Motoren. Für das laufende Jahr strebt Leube eine Absatzsteigerung um zehn Prozent, einen Umsatz um die Milliardenmarke und ein Ergebnis (vor Zinsen und Steuern) um die Nullmarke an. Nicht enthalten sind in den Zahlen die 130 000 Motoren, die im Joint Venture Deutz Dalian in China produziert wurden. Hier musste Deutz auch 2009 weitere Anlaufverluste von 8,1 Millionen Euro hinnehmen. Im laufenden Jahr soll in China beim operativen Geschäft die Gewinnschwelle erreicht werden.
Mit neuem Antrieb
Viel Hoffnung setzt Deutz in die Entwicklung neuer Motoren für Industrie- und Landtechnik-Anwendungen, die 2010 und 2012 auf den Markt kommen. Der jetzt vorgestellte Geschäftsbericht für 2009 steht denn auch unter der Devise „Neuer Antrieb“, was sowohl auf die neue Motorengeneration als auch auf den Stimmungsumschwung für das Unternehmen hinweisen soll. „Deutz geht gestärkt aus der Krise hervor und kann optimistisch in die Zukunft blicken“, sagte Leube.
An den Investitionen (119 nach 118 Millionen Euro im Vorjahr) sowie den Ausgaben für Forschung und Entwicklung (105 nach 90 Millionen Euro) hat die Deutz AG auch 2009 nicht gespart: Hier seien in früheren Jahren Fehler gemacht worden, sagte Haase. In Krisenzeiten sei bei Deutz der Geldhahn für diese wichtigen Bereiche stets zugedreht worden, kritisierte sie. Auch im laufenden Jahr sollen die Investitionen „deutlich über dem Niveau von 2009“ liegen.
Geeinigt hat sich Deutz mit den privaten Kreditgebern in den USA über neue Kreditbedingungen. Das Unternehmen zahlt - wegen der 2009 deutlich verschlechterten Bilanzkennzahlen - nun für den Kredit von 200 Millionen Euro 7,5 statt 5,5 Prozent Zinsen. Die Mehrbelastung pro Jahr summiert sich damit auf vier Millionen Euro.
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