Von Barbara Klimke, 19.03.10, 21:34h
Wenn Teenager mürrisch, maulfaul oder zickig sind, kann das eine pubertäre Begleiterscheinung sein. Es kann aber auch daran liegen, dass sie erst weit nach Mitternacht einschlafen, im Bett fernsehen oder Computer spielen und sich dann morgens übermüdet in die Schule quälen. Schlafmangel löst nicht nur Konzentrationsstörungen aus; US-Studien deuten darauf hin, dass bei Jugendlichen, die weniger als fünf Stunden schlafen, die Gefahr steigt, an Depressionen zu leiden.
„Kinder brauchen Schlaf, um ihre Möglichkeiten voll auszuschöpfen“, sagt Jane Ansell, Psychologin und Direktorin der gemeinnützigen Organisation Sleep Scotland. Neun Stunden Nachruhe hält sie für empfehlenswert. Ein Pilotprojekt ihrer Stiftung an vier Schulen in Glasgow lässt Kinder deshalb nun erkennen, dass sie ihr Wohlbefinden und ihre schulischen Leistungen ganz einfach steigern können, indem sie - Lektion 1 - ein bisschen früher in die Federn kriechen.
Lektion 2 heißt: vor dem Schlafen nichts Schweres mehr essen; Lektion 2 bedeutet: regelmäßig zur selben Zeit ins Bett gehen; und in Lektion 3 geht es darum, dass die Stunde vor dem Schlafengehen der Entspannung dienen soll: Computer und Fernseher sind auszuschalten. Radio hören ist erlaubt und ein Buch lesen auch. Die Schlaf-Lehrerin rät zudem, TV-Geräte ganz dem Kinderzimmer zu entfernen. Das dürfte nicht leicht durchzusetzen sein, da doch nahezu jeder Teenager einen eigenen Fernseher besitzt - ebenso bereits fast 60 Prozent der Fünf- bis Sechsjährigen.
Jane Ansell berät seit 15 Jahren Menschen mit Schlafstörungen. Sie sagt: „Gesunde Ernährung ist heute Teil des Lehrplans. Warum nicht auch gesunder Schlaf?“
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