Von Matthias Thieme, 19.03.10, 22:54h, aktualisiert 19.03.10, 23:01h
„Wir haben 1100 Ermittlungsverfahren gegen Kunden der Credit Suisse eingeleitet“, sagte Staatsanwaltschaft Dirk Negenborn am Freitag. Auf den Konten der Verdächtigen finde man Beträge „ab einigen Hunderttausend Euro bis zu einigen Millionen Euro“. Das Anlagevermögen summiert sich nach Informationen der „Frankfurter Rundschau“ auf 1,2 Milliarden Euro.
Bei den Personen, deren Konto-Daten den Ermittlern nun bekannt sind, handelt es sich um Verdächtige, die sich noch nicht selbst angezeigt haben. Der Großteil der Fälle betrifft nach Angaben der Staatsanwaltschaft die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen. Die jeweiligen Ermittlungsverfahren werden an die zuständigen Staatsanwaltschaften und Steuerfahndungsstellen abgegeben. Von dort gelangen sie zu den Steuerfahndungsstellen an den Wohnorten der Verdächtigen. Steuersünder müssen jetzt mit Hausdurchsuchungen rechnen. Öffentlichkeitswirksame Aktionen wie im Fall des Ex-Post-Chefs Klaus Zumwinkel will die Staatsanwaltschaft vermeiden.
Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung" haben Steuerfahnder aufgrund der CD-Daten bei Privatleuten in Süddeutschland, die keine Selbstanzeige erstattet hätten, jetzt erstmals zugeschlagen. Dort seien Beamte mit gerichtlichem Durchsuchungsbeschluss erschienen.
Bundesweit lag die Zahl der Selbstanzeigen laut einer Umfrage des Magazins Capital Mitte März schon bei 9547 und dürfte kommende Woche die Zehntausender-Marke überschreiten.
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