Von Claudia Könsgen, 23.03.10, 08:41h
Die eigentlich qualifizierte Band Arschrock, eine Pop-Punk-Truppe aus Langenfeld, musste ihren Gig aus familiären Gründen absagen. Nachrücken durfte die im Muchstock-Online-Voting viertplatzierte Band Best Before Today, die sich vor zwei Jahren schon einmal für den Wettbewerb qualifiziert hatte. Den wenigen Zuschauern, die den Weg in die Soundbox gefunden hatten, ballerten die fünf Musiker aus Paderborn unbeirrt ihren melodischen Punkrock mit Hardcore-Elementen um die Ohren.
Vor ihrem Auftritt waren die Musiker von Last Days of Summer noch optimistisch, die Leute zu begeistern. Mit einem cool-schrammeligen Gitarrensound und zweistimmigem Gesang gelang das der Punkrockband aus Extertal auch: Zeitweise wurde vor der Bühne Pogo getanzt. Doch bald verloren die wenigen Zuschauer das Interesse und verließen bis auf vereinzelte die Soundbox. Das fand Sänger und Bassist Robert Strobel enttäuschend, „vor allem bei der langen Anreise von 300 Kilometern“, wie er hinterher sagte.
Auch Stephan Bruns, stellvertretender Vorsitzender des Rockforums Muchstock, ist zur Halbzeit etwas enttäuscht von der Resonanz. Obwohl Muchstock gleichbedeutend mit dem Local Heroes Bandcontest für NRW ist, kommen weniger Bewerbungen herein als in früheren Jahren. „Beim letzten Online-Voting standen nur fünf Gruppen zur Auswahl“, so Bruns.
Ein weiteres Problem sind die Zuschauerzahlen: Da bislang keine Band aus dem Rhein-Sieg-Land aufgetreten ist, kommen weniger junge Leute aus der Region zu den Konzerten. „Auch bringen Musiker, die von weit her kommen, nicht viele eigene Fans mit“, so Bruns. Trotzdem bleibt er für die nächste Vorrunde optimistisch: „Es hat sich eine Band aus Lohmar beworben.“
Einen Lichtblick in Sachen Publikumszahlen bescherte der Auftritt von Access to Addiction. Das Rock-Metal-Quintett aus Gelsenkirchen hatte ein paar Stimmungsmacher dabei. Obwohl die Musiker von ihrem Styling nicht zueinander passen - der eine mit langen Haaren im Metal-Look, der andere im Manga-Emo-Style und die restlichen Musiker irgendwo dazwischen - harmonieren sie musikalisch erstaunlich gut. Sie präsentierten klanglich vielfältige Nummern, die zum Haare schütteln geeignet waren, in denen Frontman Martin Butterbach teuflisch losröhrte und von Gitarrist Evil eine rote Doppelgitarre gewetzt wurde. Dann durfte der Sänger aber auch seine stimmlich weiche Seite zeigen. Wie schon beim Online-Voting halfen auch beim Konzert die mobilisierten Fans dabei, dass die Musiker nun im Halbfinale des Muchstock Bandwettbewerbs stehen.
Das Online-Voting für die nächste Muchstock-Vorrunde startet Anfang April. Die drei Bands mit den meisten Stimmen treten auf am Freitag, 23. April.
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