Von Kathrin Gemein, 02.04.10, 15:25h, aktualisiert 02.04.10, 15:55h
Die drei gehören zu den unzähligen Modellen an Eierwärmern, die die Kölnerin Karolina Ded strickt. Die 37-Jährige betreibt einen Online-Shop, in dem sie unter dem Motto „Ihr Frühstücksei wird Augen machen“ die unterschiedlichsten Modelle herstellt. Vom Polizisten über die Fußpflegerin bis hin zum Döner-Budenbesitzer und DJ sind sämtliche Berufsgruppen - mit liebevollen Details versehen - vertreten. Dazu gesellen sich Prominente und Fantasie-Gestalten, Osterhasen und Weihnachtsengel.
Saisonale Schwankungen
Ihr Geschäft unterliegt saisonalen Schwankungen: Besonders viele Bestellungen trudeln - nicht überraschend - vor Weihnachten und Ostern ein. „Da muss ich manchmal schon drei Wochen vorher Bestellungen absagen“, erzählt sie. Und manchmal häufen sich unverhofft die Anfragen nach einer bestimmten Figur: Im März 2008 wollten ungewöhnlich viele den kleinen Robert mit der schwarzen Sturm-Frisur, der roten Strähne und umgehangener Mini-Gitarre. Denn sein großer Bruder Robert Smith, Sänger von „The Cure“, war auf Stadion-Tour in Deutschland unterwegs. Und weckte nostalgische Bedürfnisse bei den Fans. Auch Rainald Grebe und Rene Mariks Maulwurf mit dem prägnanten Sprachfehler hat sie in Woll-Form umgesetzt.
Gestrickt wird immer und überall, wenn beide Hände frei sind. Beim Fernsehen, in der Straßenbahn, im Wartezimmer. „Das läuft mittlerweile einfach nebenbei“, sagt Ded. Vor sieben Jahren hat sie sich das Stricken selber beigebracht. „Eigentlich war das immer nur ein Hobby“, erinnert sie sich lachend. In ihrer Wohnung quellen aus mehreren Schrankwänden Wollknäule und Garne in allen Farben und Formen hervor. „Und ich habe noch einen Keller“, kichert sie.
Kunden mit speziellen Wünschen
Die Figuren entwirft Ded alle selbst, macht vorher Skizzen, um dann zu stricken und die Einzelteile zusammen zu nähen. Und oft melden sich auch Kunden mit ganz speziellen Wünschen: Sie wollen einen bestimmten Prominenten auf ihr Frühstücksei setzen oder einen Freund mit einem ausgefallenen Beruf und prägnanten Accessoires abbilden lassen. „Diese Wünsche zu erfüllen sind besondere Erfolgserlebnisse“, sagt sie. Dabei entstehen nicht selten persönliche Beziehungen zu ihren Kunden - jeder wird im Mail-Wechsel auf dem Laufenden gehalten, wie weit Ded mit der Figur ist und wann sie schließlich losgeschickt wird, hier und da wird noch eine persönliche Geschichte erzählt. „Das macht den besonderen Reiz aus.“
Das Klackern der Stricknadeln ist für ihren Freund mittlerweile zu einem anheimelnden Hintergrundgeräusch geworden. „Ich nehme das gar nicht mehr wahr“, lächelt er. Inzwischen ist Ded auch zu Holz- statt Metallnadeln übergewechselt. Besser für die Handgelenke - und nicht so metallisch klackernd.
Ihr Strickgeschäft soll etwas Exklusives bleiben, weshalb sie es als Ein-Personen-Firma aufrechterhalten will. „Meine Marke soll unverwechselbar bleiben!“ Bislang hat Ded auch noch niemanden entdeckt, der in der selben Nische wie sie arbeitet.
Wen will sie gerne noch stricken? „Wenn ich Zeit habe: den Musiker Morrissey!“
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