Schriftgröße

USA-Iran

Test zur Raketenabwehr scheitert

Erstellt 02.02.10, 11:55h

Die US-Streitkräfte haben erstmals einen Raketenangriff aus dem Iran simuliert. Der Versuch, die Rakete abzufangen, scheiterte allerdings. Unterdessen kündigt das Regime in Teheran weitere Hinrichtungen von Oppositionellen an.

USS Abraham Lincoln
Bild vergrößern
Die USA planen einen Raketenabwehrschild für den Nahen Osten – unter anderem mit Hilfe des Flugzeugträgers USS Abraham Lincoln. (Bild: afp)
USS Abraham Lincoln
Bild verkleinern
Die USA planen einen Raketenabwehrschild für den Nahen Osten – unter anderem mit Hilfe des Flugzeugträgers USS Abraham Lincoln. (Bild: afp)
WASHINGTON / TEHERAN - Ein US-Raketentest zur Abwehr von Flugkörpern aus Ländern wie Nordkorea oder dem Iran ist wegen eines Radarproblems am Sonntag fehlgeschlagen. Wie US-Medien am Montag unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Washington berichteten, wurde eine Rakete von einem Testgelände der Streitkräfte auf dem Kwajalein Atoll, das zu den Marshallinseln im Pazifik gehört, gestartet.

Sechs Minuten später hob eine Abfangrakete von der Luftwaffenbasis Vandenberg in Kalifornien ab. Zunächst hätten beide Flugkörper erfolgreich ihre Bahn gezogen. Es sei jedoch nicht gelungen, die zweite Rakete so zu steuern, dass sie die erste treffen und zerstören konnte. Die Ursache für den Fehler im Radarsystem werde jetzt gesucht.

Der Iran hat unterdessen die Absicht der USA, ein Raketenabwehrschild gegen mögliche iranische Angriffe in vier arabischen Ländern zu errichten, als "Kasperltheater" und "politischen Schwindel" abgetan. "Die USA sollten begreifen, dass das hauptsächliche Sicherheitsproblem in der Region die USA selbst sind", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur IRNA am Dienstag den Parlamentspräsidenten Ali Laridschani. "Je mehr Krieg sie in die Region bringen, desto mehr Spannungen lösen sie aus", sagte er.

Die USA hatten angekündigt in vier Ländern am Persischen Golf -den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Katar, Bahrain und Kuwait -Raketenabwehrsysteme stationieren zu wollen. Außerdem sollen Schiffe im Golf kreuzen, die mit Raketenabfangsystemen und Spezialradar ausgestattet sind. Oman hatte eine entsprechende Offerte abgelehnt.

Ungeachtet internationaler Proteste sollen im Iran in Kürze neun weitere Oppositionelle hingerichtet werden. Das berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars am Dienstag unter Berufung auf den Vizechef der nationalen Justizbehörde, Ebrahim Raaisi. Die Verurteilten hätten Verbindungen zu konterrevolutionären Gruppen gehabt und einen Umsturz des islamischen Staatssystems geplant, sagte Raaisi.

Bereits Ende Januar waren zwei Oppositionelle im Iran verurteilt und hingerichtet worden. Die Elf waren zumeist während der Demonstrationswelle gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad im vergangenen Juni festgenommen worden. Nach iranischen Medienangaben gehören sie monarchistischen Gruppen oder den Volksmudschaheddin an, die von Teheran als Terrorgruppe eingestuft werden. Der Westen, besonders Washington und Berlin, hatte scharf gegen die Hinrichtungen der beiden Männer Gefangenen protestiert.

(dpa)



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Newsticker


Anzeige


Umfrage

Protestieren Sie gegen ACTA?
Bundesweit sind Proteste gegen das internationale Handelsabkommen ACTA geplant. Es sieht unter anderem vor, Urheberrechtsverletzungen strenger zu ahnden. Kritiker befürchten Zensur und Überwachung vor allem im Internet. Beteiligen Sie sich am Protest?

Bildergalerien


Jahresrückblick


ksta-blogs.de


Kölner Stadt-Anzeiger auf dem iPad


Neue Videos – Politik/Nachrichten




Meistgelesene Artikel


Kolumne


Hintergrund


Die andere Meinung


Mein ksta.de


Forum


Brutto / Netto Rechner

Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.) Steuerklasse

Dienste