Von Tim Stinauer, 02.02.10, 13:36h, aktualisiert 01.06.10, 14:39h
Viele Stunden verbringen die Ermittler der Mordkommission am Dienstag in der Wohnung von Danuta M. (Name geändert). Sie beschlagnahmen mögliche Beweismittel, suchen nach Antworten auf die Frage, wer die 35-Jährige am vorigen Freitag in dem Mehrfamilienhaus in Widdersdorf getötet hat. Sie durchsuchen die Mülltonnen vor dem Haus in der Straße Zum Dammfelde, machen Fotos. Zu Hintergründen und möglichen Verdächtigen wollte die Staatsanwaltschaft noch keine Angaben machen.
Die Leiche lag im Treppenhaus. Zunächst ging die Polizei davon aus, Danuta M. könnte sich die tödlichen Verletzungen bei einem Sturz zugezogen haben. „Ersten Ermittlungen am Tatort zufolge deutete auch alles darauf hin“, sagte Polizeisprecherin Cathrine Maus. Erst bei der Obduktion der Leiche am Montag fanden Rechtsmediziner heraus, dass die 35-Jährige an „Gewalteinwirkung gegen den Oberkörper“ gestorben ist. „Wir gehen nunmehr von einem Tötungsdelikt aus“, berichtete Maus.
In der Wohnung lebte Danuta M. seit etwa zwei Jahren mit ihrem Ehemann Farouk A. (Name geändert). Mit ihrem Bruder betreibt A. eine Baufirma. Der 40-Jährige war am Freitagabend auch zu Hause. „Ich ging davon aus, dass meine Frau ins Fitnessstudio gefahren war“, sagte er ksta.de. Doch später habe er bemerkt, dass das gemeinsame Auto noch vor dem Fenster stand. „Ich habe mich gewundert und wollte nachsehen, ob ihre Sporttasche im Auto ist. Ich bin aus der Wohnung gegangen, und da lag meine Frau vor der Tür.“ Ihr Körper war blutüberströmt.
Suche nach einem Motiv
Farouk A. rannte zur nächsten Straßenecke, stürmte in einen Imbiss und rief um Hilfe. Aber Rettungsassistenten der Feuerwehr konnten nur noch den Tod der 35-Jährigen feststellen.
Die Beamten der Mordkommission befragen jetzt das direkte Umfeld von Danuta M. Sie hoffen auf Aussagen von Zeugen, suchen nach dem Mordmotiv des Täters und werten die Spuren aus der Wohnung und aus dem Hausflur aus. Eine Tatwaffe haben die Ermittler bisher nicht gefunden. Was sich am Freitagabend in dem Mehrfamilienhaus in der ruhigen Seitenstraße abspielte, ist bislang völlig unklar. Ebenso ungewiss ist, wo die 35-Jährige getötet wurde.
Auch ihr Ehemann Farouk A. geriet ins Visier der Ermittler. „Derzeit“ stehe er aber nicht „unter dringendem Tatverdacht“, berichtete Oberstaatsanwalt Alf Willwacher.
„Die beiden waren ein nettes Paar, wir haben uns oft lustig im Treppenhaus unterhalten“, erzählt eine Nachbarin. „Ich habe damit nichts zu tun, ich möchte doch auch so schnell wie möglich wissen, was passiert ist“, sagt A. selbst. „Ich halte das nicht aus, meine Nerven spielen verrückt.“ Einen Verdacht habe er allerdings nicht. „Meine Frau hatte keine Feinde.“
In die gemeinsame Wohnung darf der 40-Jährige erstmal nicht zurückkehren - die Tür ist bis auf weiteres polizeilich versiegelt.
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