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Toyota

Kosten in Milliardenhöhe

Von Bernhard Bartsch, 04.02.10, 22:56h, aktualisiert 05.02.10, 14:53h

Die Probleme mit defekten Gasopedalen und Bremsen bei Toyota weiten sich aus. Auf den Konzern kommen nach der Rückrufaktion erhebliche Kosten zu. Zudem muss der weltgrößte Autobauer Imageschäden befürchten.

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Logo von Toyota. (Bild: rtr)
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Logo von Toyota. (Bild: rtr)
KÖLN/PEKING - Das Rückruf-Debakel wegen klemmender Gaspedale kommt den japanischen Autobauer Toyota teuer zu stehen. Der Konzern rechnet mit Kosten von bis zu 1,4 Milliarden Euro - für die Reparatur der Wagen und durch sinkende Verkäufe infolge des Image-Schadens. Allein in Deutschland müssen knapp 216 000 Autos in die Werkstätten. Betroffen sind unterschiedliche Baujahre der Modelle AYGO, iQ, Yaris, Auris, Corolla, Verso, Avensis und RAV4. Toyota kündigte an, die Probleme „zügig und lückenlos“ zu beheben. Um Chaos zu vermeiden, sollen die Fahrzeuge von der kommenden Woche an nach und nach in die Werkstätten gerufen werden. Dann sollen so genannte Distanzstücke eingebaut werden.

Trotz des Rückrufs von Millionen Autos weltweit sieht sich Toyota auf dem Weg in die Gewinnzone. Wie der weltgrößte Autobauer bekannt gab, dürfte zum Ende des bis 31. März laufenden Geschäftsjahres dank aggressiver Kostensenkungen und hoher Nachfrage nach Hybridautos unter dem Strich ein Gewinn von 80 Milliarden Yen (632 Millionen Euro) anfallen statt zuvor erwarteter Verluste von 200 Milliarden Yen (1,58 Milliarden Euro). Im Vorjahr hatte Toyota noch einen Fehlbetrag von 437 Milliarden Yen eingefahren. In der Prognose für 2009 / 2010 seien die geschätzten Kosten durch die Rückrufaktion berücksichtigt.

Imageverluste befürchtet

Der Konzern befürchtet beträchtliche Imageverluste. Dabei hatte Konzernchef Akio Toyoda bei seinem Amtsantritt vor einem Jahr noch angekündigt, er werde „wieder zu den Grundsätzen zurückkehren, auf denen dieses Unternehmen aufgebaut“ wurde. „Ich habe vor, so mutig wie nötig zu sein, um Reformen voranzubringen.“ Nun sieht es so aus, als ob der 53-Jährige mehr Mut brauchen wird, als er gedacht hat - weil sich Toyota weiter von seinen Grundsätzen entfernt zu haben scheint, als es die Konzernspitze je für möglich gehalten hätte. Seit vergangenem Herbst jagt ein Qualitätsskandal den nächsten und zerstört Toyotas mühsam aufgebautes Image der „fehlerfreien Produktion“.

Erst mussten in 4,2 Millionen Autos rutschende Fußmatten ausgetauscht werden, weil sie die Bremsen zu blockieren drohten. Dann tauchten Anfang Januar klemmende Gaspedale auf und zwangen Toyota zum Rückruf von weltweit 4,5 Millionen Fahrzeugen. Nun soll es auch noch bei Bremspedalen Probleme geben in Toyotas Vorzeigeentwicklung, dem Hybrid-Modell Prius. In den USA liegen über hundert Beschwerden vor, das japanische Verkehrsministerium weiß von 14 Beanstandungen. In Deutschland ist das Problem mit den Bremspedalen bisher nicht aufgetaucht.

Wie es so weit kommen konnte, ist unklar. Womöglich hat der radikale Spardruck auch Toyotas Unternehmensphilosophie der ständigen Verbesserung geschadet, sagen Experten. Im Krisenmanagement muss sich der Konzern derzeit zudem den Vorwurf des Dilettantismus gefallen lassen. (mit dpa)



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