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Engpass

Für Kinder wird Impfstoff knapp

Von Bernhard Honnigfort und Barbara A. Cepielik, 07.02.10, 10:56h, aktualisiert 07.02.10, 16:58h

Wegen der Produktion des Schweinegrippe-Impfstoffs kann der Hersteller wichtiger Mehrfachimpfstoffe gegen Kinderkrankheiten derzeit nicht ausreichend nachliefern. Vor allem für junge Säuglinge ist der Engpass fatal.

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Impfung eines Kindes. (Bild: rtr)
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Impfung eines Kindes. (Bild: rtr)
KÖLN/FRANKFURT - Eltern, die ihre drei bis vier Monate alten Kinder mit der klassischen „Sechsfachimpfung“ gegen die gängigsten Kinderkrankheiten impfen lassen wollen, müssen zurzeit damit rechnen, vertröstet zu werden. Sowohl der Impfstoff für die Sechsfachimpfung (gegen Diphterie, Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hepatitis B und den Keim HIB) als auch das Vierer-Paket gegen gegen Mumps, Röteln, Masern und Windpocken (für zwölf Monate alte Kinder) ist im Moment nicht lieferbar. Der Grund: Der einzige Lieferant dieser Stoffe, der britische Hersteller GlaxoSmithKline, hat seine Kapazitäten voll auf die Produktion des Schweinegrippe-Impfstoffs konzentriert. Zurzeit sei es nur möglich, die vorgesehenen Impftermine zu verschieben oder Einzelimpfungen vorzunehmen, bei denen die Säuglinge dann häufigere Spritzen ertragen müssten.

Der Verband der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland ist verärgert über das Fehlen von Impfstoffen für Babys. „Für junge Säuglinge ist das fatal“, sagte Präsident Wolfram Hartmann in einem Interview mit der„Frankfurter Rundschau“. Er kritisierte, dass der Hersteller GlaxoSmithKline nicht in der Lage sei, Impfstoffe auf Vorrat zu produzieren. „Deutschland hat die teuersten Impfstoffpreise in Europa. Es muss doch möglich sein, dass der Hersteller auch liefern kann.“

Auch der stellvertretende Vorsitzende der Ständigen Impfkommission des Bundes Jan Leidel (Köln) sagt: „Das ist ärgerlich und besorgniserregend.“ Gleichwohl betont die stellvertretende Obfrau der Kölner Kinderärzte, Petra Zieriacks, die Situation sei nicht problematisch. Ihr sei im Kölner Raum bisher kein Engpass in Kinderarztpraxen bekannt. Zudem sei es durchaus ohne Gefahr möglich, die Impftermine um einige Wochen zu verschieben.

Knapp ist zurzeit vor allem der Sechsfachimpfstoff, der im dritten bis vierten Lebensmonat verabreicht werden sollte. „Bei Kindern, die schon eine Grundimmunisierung haben, ist das nicht schlimm. Da, wo das fehlt, schon“, sagt Kinderarzt Hartmann. Nach seiner Einschätzung kann der Engpass noch bis Ende März dauern.

Eine Sprecherin des Konzerns GlaxoSmithKline bedauerte die Situation und sagte, man versuche, die „Unannehmlichkeiten für Ärzte, Eltern und Kinder möglichst rasch zu entschärfen“ Die Verzögerungen könnten jedoch bis ins zweite Quartal andauern. Kinderarzt Hartmann forderte die Bundesregierung auf, den Mangel zu beheben und auf das Unternehmen Einfluss auszuüben. „Wir haben ein Problem des Marktes, auf dem es nur einen Anbieter gibt. Es müsste mehrere Anbieter geben und der Staat müsste sie verpflichten, auf Vorrat zu produzieren“, so Hartmann.



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