Erstellt 07.02.10, 14:00h
Ein Kauf derartiger Datensammlungen bewege sich "mindestens in einer rechtlichen Grauzone", meinte der FDP-Minister. Auch werde so ein Denunziantentum gefördert. Die CDU warf Goll daraufhin vor, "millionenschwere Steuersünder" zu schonen.
Nicht nur im Südwesten müssen sich CDU und FDP über den Kauf von Daten mutmaßlicher Steuerbetrügern absprechen - auch in Nordrhein-Westfalen mit einer christlich-liberalen Koalition und im CSU/FDP-regierten Bayern wurden entsprechende CDs angeboten. Bei dem Baden-Württemberg angebotenen Material handelt es sich um Daten von Kunden verschiedener Schweizer Banken und Versicherungen. "Ich bin für einen Ankauf, wenn er rechtsstaatlich konform ist", sagte Stächele der "Bild am Sonntag". Der Informant fordere 500 000 Euro für eine CD mit 1700 Namen mutmaßlicher Steuerhinterzieher.
Das Stuttgarter Kabinett will an diesem Montag in einer kurzfristig einberufenen außerordentlichen Sitzung über das heikle Thema beraten. Unklar ist, ob alle CDU-Vertreter in der Landesregierung über den geplanten Kauf einer Meinung sind. Neben Goll hat auch FDP-Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger grundsätzliche Bedenken: "Die Pflicht des Staates, Straftaten zu verfolgen, bezieht sich nicht allein auf die Verfolgung der Steuerhinterziehung, sondern ebenso auf die Verfolgung des Datendiebstahls", sagte die Ministerin und FDP-Vorsitzende in Bayern der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".
Gefordert wird der Kauf dagegen von der Südwest-SPD und der Deutschen Polizeigewerkschaft. Die Grundsatzentscheidung für den Kauf sei gefallen, sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Rainer Wendt. Deutschland gebe "ein fatales Bild ab, wenn sich in einzelnen Bundesländern Schutzräume für Steuerkriminelle entwickeln, die in anderen Ländern hinter Gittern landen. Es käme einem Treppenwitz des Föderalismus gleich, wenn diese Frage nunmehr nach dem Geschmack einzelner Landesminister entschieden würde." (dpA)
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Stehlen und Hehlen
08.02.2010 | 08.39 Uhr | vielnick
Diebesgut sind ja wohl die hinterzogenen Steuern, denn die fehlen ja tatsächlich im deutschen Volkseinkommen . Hehler dieses Diebesgutes sind die…
Kontenklau
08.02.2010 | 08.33 Uhr | Jan-Dirk
In Anlehnung an Klaus Staeck kann man da nur rufen:
"Arbeiter, man will euch eure schwarzen Konten in der Schweiz klauen. Deshalb wählt die FDP!".
Ohgott, schon wieder
07.02.2010 | 21.35 Uhr | vielnick
den Schweizer Banken Daten geklaut.Bald ist deren Buchhaltung leer geklaut. Was machen die denn dann ohne Daten über Ihre Kundenkonten?
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