Erstellt 08.02.10, 22:30h, aktualisiert 08.02.10, 22:31h
Der beschuldigte Ex-Lehrer des Berliner Canisius-Kollegs, Wolfgang S., hat den Missbrauch von Kindern unterdessen abgestritten. Einem Bericht der "Tageszeitung" (taz) zufolge räumte er nur ein, Kinder geschlagen zu haben. Zu sexuellen Übergriffen sei es nicht gekommen. S. wird vorgeworfen, sich an Minderjährigen an Schulen in Berlin, Hamburg und St. Blasien im Schwarzwald vergangen zu haben.
"Es ist richtig, dass ich in den vergangenen Jahren meiner Lehrtätigkeit Minderjährige, die mir anvertraut und in gewisser Weise von mir abhängig waren, unter Missbrauch meiner pädagogischen und kirchlichen Autoritätsstellung teilweise mit beträchtlicher Härte durch Schläge misshandelt habe", sagte S. in einem Schreiben, das der Zeitung vorliegt.
Allerdings habe er zu keiner Zeit und an keinem Ort mit Kindern und Jugendlichen "Sexualkontakt im Sinne von Genitalberührung, Penetration, Vergewaltigung, Exhibitionismus oder Voyeurismus" gehabt, betonte der ehemalige Priester, der heute in Chile lebt.
Der Sprecher der deutschen Jesuitenprovinz, Thomas Busch, sagte der Zeitung, es habe bei S. "nach derzeitigem Kenntnisstand keine Hinweise sexueller Übergriffe" gegeben. Die Missbrauchsbeauftragte des Ordens, Ursula Raue, geht derweil von rund 30 Missbrauchsopfern am Berliner Jesuiten-Kolleg aus.
S. arbeitete von 1975 bis 1984 als Lehrer für Deutsch, Religion und Sport in Berlin, Hamburg und St. Blasien im Schwarzwald. 1992 hatte er vor der Kirchenleitung sexuelle Übergriffe auf Schüler eingeräumt. Diese hätten in einem "exzessiven körperlichen Bestrafungsritual" bestanden, nicht aber in Geschlechtsverkehr. Die Aufzeichnung seines Geständnissses sei nach Rom gesandt worden und liege mittlerweile unter Verschluss.
Rund eine Woche nach Bekanntwerden des Missbrauchsskandals sprach sich das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) für eine rasche Aufklärung der Vorfälle aus. "Es muss volle Transparenz geben, so schmerzlich dies auch sein kann", sagte ZdK-Präsident Alois Glück in Bonn. Die Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz seien unmissverständlich und müssten daher kompromisslos angewendet werden.
Glück warnte jedoch davor, die Bildungsarbeit der katholischen Kirche durch die Vorfälle insgesamt in ein schlechtes Licht zu rücken. Der Einsatz Hunderttausender in der Jugendarbeit verdiene Anerkennung.
In der Folge der aktuellen Entwicklungen um das katholischen Aloisiuskolleg in Bad Godesberg ist der Rektor des Kollegs, Pater Theo Schneider, mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten. Pater Schneider habe den Provinzial am Montag darüber informiert, dass er diesen Schritt im Interesse einer lückenlosen Aufklärung aller im Raum stehenden, einschließlich der gegen seine eigene Person gerichteten Vorwürfe für angeraten halte, teilte der Orden mit.
Die Missbrauchsvorwürfe gegen Mitglieder des katholischen Jesuiten-Ordens hatten am Donnerstag auch das Aloisiuskolleg erreicht. Ein 62-jähriger Ex-Schüler berichtete von sexuellen Übegriffen durch Priester, danach meldete sich ein weiterer Betroffener am Freitag. Miguel Abrantes klagt mehrere Patres an, ihn und seine Mitschüler an dem Bad Godesberger Gymnasium über Jahre hinweg sexuell belästigt zu haben. Der 37-Jährige schrieb bereits 2004 in dem Buch "Sacro Pop. Ein Schuljungen-Report" über seine Erlebnisse an dem Kolleg. (ddp)
Canisius-Schulen: Immer mehr Opfer melden sich
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Linktipp: Umfrage: Sind Ordensschulen der richtige Ort für Ihr Kind?
"Ins Gefängnis?????"
09.02.2010 | 11.35 Uhr | boas
Lieber Vorkomentator,
"die schwulen Patres gehören ins Gefängnis??"
Da haben Sie sich doch vertan,oder?
Die Patres,die misshandeln und…
dann neigte er sein Haupt und ging II
09.02.2010 | 09.07 Uhr | hellmer
Liebe Redaktion, sie haben aus meinem Kommentar zuvor einen wichtigen Teil herausgelöst, der den Kommentar unsinnig erscheinen lässt.
Es ist…
dann neigte er sein Haupt und ging
09.02.2010 | 00.06 Uhr | hellmer
Gestern hatte ich von einem Vorfall im Aloisius Kolleg berichtet von dem Pater Schneider angeblich Nichts wusste. Heute ist er zurückgetreten. Die…
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