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Michael Jackson

Leibarzt plädiert auf „nicht schuldig“

Erstellt 08.02.10, 23:21h, aktualisiert 09.02.10, 14:30h

Er weist jede Verantwortung von sich: Vor einem Gericht in L.A. hat der ehemalige Leibarzt von Michael Jackson auf „nicht schuldig“ plädiert. Jacksons Familie zeigte sich empört über den Gang des Verfahrens.

Conrad Murray
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Plädiert auf "nicht schuldig": Ex-Jackson-Leibarzt Conrad Murray. (Bild: rtr)
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Plädiert auf "nicht schuldig": Ex-Jackson-Leibarzt Conrad Murray. (Bild: rtr)
LOS ANGELES - Knapp acht Monate nach dem überraschenden Tod von Michael Jackson ist der Leibarzt des Popstars wegen fahrlässiger Tötung angeklagt worden. Vor Gericht in Los Angeles bekannte sich der Mediziner Conrad Murray am Montagnachmittag (Ortszeit) "nicht schuldig". Bei dem Termin waren auch Jacksons Eltern Joe und Katherine sowie mehrere Geschwister des Sängers anwesend. Laut Anklage hat Murray seine Sorgfaltspflicht verletzt und fahrlässig den Tod des Sängers herbeigeführt. Er habe aber nicht vorsätzlich gehandelt.

Michael Jacksons Familie hat sich empört über die Anklage gegen den Leibarzt des verstorbenen King of Pop geäußert. Dass sich Conrad Murray nur wegen fahrlässiger Tötung verantworten müsse, sei ein "Schlag ins Gesicht", sagte Anwalt Brian Oxman am Montag dem "People Magazine". Der Arzt habe sich völlig "verantwortungslos" verhalten, ohne Achtung vor dem "menschlichen Leben". Jacksons Mutter bezeichnete Murray als "Monster".

Die Staatsanwaltschaft von Los Angeles hatte am Montag Anklage gegen Murray wegen fahrlässiger Tötung erhoben. Er soll mit einer Injektion des Narkosemittels Propofol den Herzstillstand des 50-jährigen Popstars verursacht haben. Laut Anklage handelte der Mediziner ungesetzlich, aber ohne "bösartigen Vorsatz". Bei einer ersten Anhörung vor Gericht plädierte Murray auf nicht schuldig. Dem 56-Jährigen drohen bis zu vier Jahren Haft. Eine Anklage wegen Totschlags, wie sie Jacksons Familie forderte, würde eine höhere Strafe nach sich ziehen.

Murray kam noch am Montag gegen eine Kaution in Höhe von 75.000 Dollar (rund 54.700 Euro) auf freien Fuß. Die nächste Anhörung wurde auf den 5. April festgesetzt. Der Arzt darf weiter praktizieren, doch untersagte Richter Keith Schwartz ihm die weitere Verschreibung von Propofol oder anderer schwerer Beruhigungsmittel. "Ich möchte nicht, dass Sie Leute betäuben", betonte Schwartz. Laut Murrays Anwalt Ed Chernoff will der Arzt weiter seine Patienten behandeln. Chernoff berichtete, Murray besuche regelmäßig Jacksons Grab. Dessen Tod sei für den Arzt ein "Alptraum" gewesen. "Sie waren Freunde, er ist sehr betroffen".

Die Polizei hatte sieben Monate lang im Todesfall Jackson ermittelt. Bei der Autopsie von Jacksons Leichnam war nach Justizangaben eine "tödliche Dosis" von Propofol festgestellt worden. Das Mittel wird in der Medizin zur Narkose vor Operationen eingesetzt und soll nur im Krankenhaus verabreicht werden. Als Schlafmittel ist Propofol laut Experten nicht geeignet. Murray gab in den Verhören stets zu, dem Star Propofol gespritzt zu haben, dies sei aber auf dessen wiederholte und ausdrückliche Aufforderung hin geschehen. Jackson litt unter schwerer Schlaflosigkeit, er nahm das gefährliche Mittel als Einschlafhilfe.

Familienanwalt Oxman sagte, der Arzt hätte dem Star niemals das Narkosemittel geben dürfen, weil "bekannt war, dass Jackson Gefahr lief, durch solche Medikamente zu Tode gebracht zu werden". Mutter Katherine zeigte sich ebenfalls von den Schuld des Leibarztes ihres Sohns überzeugt. "Er ist schuldig und will jetzt nur seine eigen Haut retten," sagte sie dem Sender ABC7 nach der Anhörung. Jacksons Eltern sowie mehrere seiner Geschwister hatten die Anhörung im Gerichtssaal verfolgt. (afp, dpa)



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