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Atomanlage Natans

Iran beginnt Uran-Anreicherung

Erstellt 09.02.10, 10:06h, aktualisiert 09.02.10, 10:14h

Der Iran ignoriert weiter die Beschlüsse des UN-Sicherheistrats und hat im Atomstreit eine neue Stufe erklommen. Am Dienstag startete das Regime in Teheran nach eigenen Angaben die weitere Anreicherung von Uran in der Atomanlage Natans.

Mahmud Ahmadinedschad
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Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad bei der Besichtigung einer Ausstellung zum Thema Lasertechnik. (Bild: dpa)
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Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad bei der Besichtigung einer Ausstellung zum Thema Lasertechnik. (Bild: dpa)
Mahmud Ahmadinedschad Iran
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Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad (M) inspiziert die Urananreicherungsanlage in Natans. (Bild: dpa)
Mahmud Ahmadinedschad Iran
TEHERAN - Der Iran hat am Dienstag ungeachtet von Protesten des Westens mit der umstrittenen Urananreicherung in der Atomanlage Natans begonnen. Das bestätigte der Leiter der iranischen Atombehörde, Ali Akbar Salehi, laut iranischer Nachrichtenagentur ISNA. Die USA und Frankreich forderten neue Sanktionen.

Der Westen verdächtigt das islamische Land, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomenergie an Nuklearwaffen zu arbeiten. Die internationale Gemeinschaft fordert deshalb, dass der Iran die Urananreicherung auf 20 Prozent unter internationaler Kontrolle in Frankreich und Russland vornehmen soll.

Der Prozess zur Urananreicherung sei in Gang gesetzt und eine Kaskade von 164 Zentrifugen vorbereitet worden, sagte Salehi. Damit könnten drei bis fünf Kilogramm von 20-prozentigem Uran im Monat für einen Forschungsreaktor in Teheran hergestellt werden, so Salehi.

Der iranische Atomchef betonte, der Prozess in Natans könne von Inspekteuren der Internationalen Atomenergieorganisation IAEA, die in Teheran stationiert seien, beobachtet werden. Ob die Experten bereits anwesend waren, war zunächst unklar.

Keine Bombe ohne angereichertes Uran

Die geplante Uran-Anreicherung auf 20 Prozent im Iran ist nach Worten des Hamburger Physikers Prof. Götz Neuneck nur ein weiterer Schritt in Richtung waffenfähigen Materials. "Eine Anreicherung auf 20 Prozent wird die Bombe nicht sofort möglich machen", sagte der Vizedirektor des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg.

Spaltfähiges Uran-235 muss auf mindestens 80 Prozent angereichert werden, um eine Bombe zu bauen. "Mit einer Anreicherung auf nur 2 Prozent haben Sie schon ein Drittel bis die Hälfte der Trennarbeit gemacht", betonte Neuneck. "Die Frage für die weitere Anreicherung ist allerdings, wie gut die Zentrifugen sind." Darüberhinaus komme es darauf an, welche Mengen Uran sich im Land befinden. Für eine Atombombe sind mindestens 16 Kilogramm reines Uran-235 nötig.

Natur-Uran enthält nur zu etwa 0,7 Prozent das spaltbare Isotop 235. Zur Verwendung in Kernkraftwerken muss seine Konzentration auf 2 bis 4 Prozent erhöht werden. Der Teheraner Forschungsreaktor benötige zum Betrieb 20-prozentiges Uran-235, erläuterte Neuneck. Der Reaktor soll laut Teheraner Regierung andere radioaktive Isotope zur medizinischen Verwendung produzieren. Uran-235 selbst wird üblicherweise nicht medizinisch verwendet.

Für die Uran-Anreicherung gibt es drei etablierte Verfahren. Alle arbeiten mit Gas. Das Uran muss daher zuerst in Uranhexafluorid (UF6) umgewandelt werden, das bei 56 Grad Celsius verdampft. Beim Zentrifugen-Verfahren, das auch der Iran benutzt, wird das Gas schnell geschleudert, wobei sich schwerere Moleküle eher an der Außenwand der Zentrifuge ansammeln. Die leichteren Moleküle mit Uran- 235 können aus der Mitte der Zentrifuge abgesaugt werden. Dieser Prozess muss jedoch 10 bis 30 Mal wiederholt werden, um eine ausreichende Anreicherung für Kernkraftwerke zu erreichen.

Alternative Verfahren benutzen die Tatsache, dass leichtere Moleküle schneller durch eine Membran wandern als schwerere (Gasdiffusionsverfahren), oder dass schwerere Moleküle eine höhere Trägheit besitzen als leichtere (Trenndüsenverfahren). Beide Verfahren müssen mehrere hundert bis tausend Mal wiederholt werden, um eine ausreichende Anreicherung für Kernreaktoren zu erreichen. (dpa)



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