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Opel-Sanierungsplan

Bochum verliert 1800 Jobs

Von Klaus Dieter Oehler, 09.02.10, 10:27h, aktualisiert 09.02.10, 18:32h

Deutschland soll sich mit 1,5 Milliarden Euro an der Sanierung von Opel beteiligen. Die IG Metall mahnt, Bund und Länder sollten sich darauf nicht einlassen. In Deutschland sind 4000 Jobs in Gefahr, allein in Bochum sollen 1.800 Stellen wegfallen.

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General Motors will Geld. (Bild: dpa)
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General Motors will Geld. (Bild: dpa)
BERLIN/FRANKFURT - Eines machte Nick Reilly bei der Vorstellung des Zukunftsplans für Opel und Vauxhall deutlich. Er rechnet fest damit, dass die Länder mit Opel-Standorten die Sanierung mit Staatsbürgschaften oder direkten Krediten unterstützen. Ob dies nun die von Opel angefragten 2,7 Milliarden Euro werden, ob es sogar mehr werden oder weniger, sei Sache der Verhandlungen. Damit ließ der neue Europa-Chef von General Motors zumindest die Möglichkeit offen, dass sich die US-Mutter doch noch mit mehr Mitteln beteiligen wird.

Über ein Scheitern der Gespräche aber will Reilly nicht nachdenken - denn dann wäre der gestern vorgestellte Plan wohl nur noch Makulatur. Gestützt auf ein Gutachten einer Düsseldorfer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat Opel nun die Anträge auf Staatsbeihilfen gestellt. 1,5 Milliarden Euro soll Deutschland beisteuern, weil hier 60 Prozent der Opel-Arbeitsplätze in Europa sind. Den Rest will Reilly in Spanien, Großbritannien, Österreich und Polen einsammeln.

Die Politik reagierte erst einmal zurückhaltend. Die Brüsseler EU-Kommission soll die Unterlagen prüfen, damit man abgestimmt vorgehen könne, heißt es. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) begrüßte das ausdrücklich, weil so der Gefahr von Wettbewerbsverzerrungen entgegen gewirkt werde. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) forderte zudem einen höheren Beitrag von General Motors. Reilly rechnet damit, dass die Verhandlungen mit den Regierungen in einigen Wochen abgeschlossen sein werden, dann könne man mit der Umsetzung des Zukunftsplans beginnen. Parallel dazu muss sich der Opel-Chef allerdings auch noch mit den Beschäftigten auf deren Sanierungsbeitrag einigen.

Auch da droht noch einiger Widerstand. Das vorliegende Konzept könne man nicht unterstützen, schimpfte der IG-Metall-Bezirksleiter und Opel-Aufsichtsrat Achim Schild. Und auch der Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz forderte einen stärkeren Beitrag der Opel-Mutter. Käme es nicht zu einer Eini gung über die geplante Senkung der Kosten um 265 Millionen Euro pro Jahr, bräuchte Opel diesen Betrag zusätzlich, räumte Reilly ein. Das neue Konzept ist nach Ansicht des neuen Opel-Managements jedoch der Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft. „Die heutige Ankündigung markiert den Anfang einer neuen Ära für Opel / Vauxhall. Es ist die größte Erneuerung in der jüngsten Geschichte des Unternehmens“, betonte Reilly.

Elf Milliarden Euro will das Unternehmen bis 2014 investieren, 80 Prozent der Modellpalette würden erneuert, in diesem und im nächsten Jahr sollen bereits zwölf neue Autos auf den Markt kommen. Schwerpunktmäßig will Opel Geld in alternative Antriebe und umweltfreundliche Technologien stecken. Auch in das Geschäft mit leichten Nutzfahrzeugen solle investiert werden. Geprüft werde außerdem die Marktfähigkeit eines Einstiegsmodells unterhalb des Kleinwagens Corsa. Opel will 2011 die Ertragswende schaffen und 2012 wieder in die Gewinnzone kommen. Woher das Geld für die Investitionen kommen soll, ließ Reilly offen.

Ebenso offen ist, wie der vorgesehene Abbau von 8300 der rund 48 000 Stellen vor sich gehen soll. Man wolle dies so sozialverträglich wie möglich machen, sagte Reinald Hoben, der Produktionschef von Opel. Nur bei der Schließung des Werks im belgischen Antwerpen mit 2400 Mitarbeitern werde man nicht ohne Entlassungen auskommen. In Bochum fallen 1800 Jobs weg, in Rüsselsheim gehen einschließlich der Arbeitsplätze in der Verwaltung insgesamt 1600 Stellen verloren, in Eisenach und Kaiserslautern je 300. Hinzu kommen 1500 Jobs, die durch bereits 2006 abgeschlossene Altersteilzeitverträge wegfallen. Dafür sollen aber 650 Mitarbeiter neu eingestellt werden.



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