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U-Bahn-Bau

Pfusch auch in Düsseldorf?

Von Andreas Damm und Detlef Schmalenberg, 09.02.10, 12:26h, aktualisiert 12.02.10, 07:51h

Nach dem Geständnis eines Bauarbeiters über Pfusch beim Bau der Nord-Süd-Bahn weitet sich die Affäre nun über die Kölner Stadtgrenzen hinaus aus. Der beschuldigte Polier war auch an den U-Bahn-Arbeiten in Düsseldorf beteiligt. Am Dienstag wurde er kurzfristig suspendiert.

U-Bahn Düsseldorf
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Baustelle der Wehrhahn-Linie in Düsseldorf. (Archivbild: dpa)
U-Bahn Düsseldorf
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Baustelle der Wehrhahn-Linie in Düsseldorf. (Archivbild: dpa)
Köln/ Düsseldorf - Nachdem im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Einsturz des Kölner Stadtarchivs bekannt geworden ist, dass beim Bau der U-Bahn gepfuscht worden ist, weitet sich die Affäre möglicherweise aus. Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ soll der Polier, auf dessen Geheiß an der Einsturzstelle und weiteren Bauabschnitten zu wenig Eisenbügel verbaut worden sein sollen, an den U-Bahn-Arbeiten für die Wehrhahn-Linie in Düsseldorf beteiligt sein. Dort wird das gleiche Bauverfahren angewandt wie in Köln, der unterirdische Schildvortrieb.

Die Düsseldorfer Stadtverwaltung reagierte am Dienstag unverzüglich. Der Polier des Unternehmens, das in Köln und Düsseldorf maßgeblich am U-Bahn-Bau beteiligt ist, sei suspeniert worden. "Bis zur abschließenden Klärung der Vorwürfe in Köln möchte ich möglicherweise involvierte Personen nicht mehr auf U-Bahn-Baustellen in Düsseldorf sehen. Die Sicherheit der Düsseldorfer steht über allen Dingen", teilte Oberbürgermeister Dirk Elbers mit.

Die Stadt kündigte an, künftig sämtliche Ausführungen noch schärfer zu kontrollieren als bisher. Außerdem sollten vor dem Hintergrund der geäußerten Verdachtsmomente noch einmal "Sonderprüfungen" vorgenommen werden. "Dabei werden zunächst die Schlitzwand-Protokolle geprüft, bei denen der angesprochene Mitarbeiter beteiligt war", heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Danach erfolge eine erneute Kontrolle der von der Bauüberwachung angefertigten eigenen Dokumentationen zu den genannten Schlitzwandlamellen. "Schließlich werden aufs Neue die so genannten Bewehrungsabnahmen des Prüf-Ingenieurs der genannten Schlitzwandlamellen kontrolliert." Dabei werde geprüft, ob die vom Statiker vorgegenen Stahlmengen auch tatsächlich in die Schlitzwände eingebaut wurden.

Die Bezirksregierung als „Technische Aufsichtsbehörde für Straßenbahnen“ hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe die Stadt zu erhöhter Aufmerksamkeit angehalten.



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