Erstellt 09.02.10, 12:42h, aktualisiert 09.02.10, 12:43h
Zudem bezweifelte Rummenigge, dass Aufschieben die richtige Strategie zur Entspannung der Lage sei. "Beide Seiten sind gut beraten, sich schnell und fair an einen Tisch zu setzen. Das kann man nicht aussitzen, das muss gelöst werden", forderte der 54-Jährige eine Lösung noch vor der WM in Südafrika. Andernfalls werde das Problem bei jedem Länderspiel neue Unruhe bringen.
Bundestrainer Löw hatte in den letzten Tagen jedoch mehrmals betont, dass eine vorzeitige Verlängerung seines nach der WM aulaufenden Vertrags für ihn nicht mehr infrage komme. "Ich bin immer noch stark verärgert und habe unserem Präsidenten mitgeteilt, dass ich keine Gespräche mehr führen werde", hatte Löw verkündet.
Er wolle sich "ab jetzt zu 100 Prozent auf die WM" konzentrieren. Rummenigge riet dem DFB dennoch "dringend, mit Jogi Löw eine Lösung zu finden", und unterstrich seine Wertschätzung für den 50-Jährigen: "Dieser Mann verdient Respekt, dass man ihm kein Ultimatum stellt und einen vernünftigen Vertrag vorlegt."
Rummenigge verwehrte sich zudem dagegen, in Manager Oliver Bierhoff den Alleinschuldigen für die athmosphärischen Störungen zu suchen. "Wenn man populistisch ist, könnte man es so sehen, aber das wäre zu kurz gesprungen", sagte der Bayern-Boss, der eigentlich nicht als Freund von Bierhoff gilt und diesen einst als "Ich-AG vom Starnberger See" bezeichnet hat.
Allerdings räumte Rummenigge ein, dass Bierhoff mit seiner Forderung nach einem Veto-Recht bei der Auswahl potentiell folgender Bundestrainer einen "Riesenfehler" gemacht und den DFB damit unnötig unter Druck gesetzt habe. "Das war nicht akzeptabel", stellte er klar, "aber ich glaube, dass er bereit ist, davon zurückzutreten." (sid)
Oliver Bierhoff: Der ewige Fremdkörper
Vertragspoker: Löw fühlt sich unter Druck gesetzt
Vertragsdebatte: Bundestrainer Löw schlägt zurück
Löws Vertrag: Eklat in der DFB-Zentrale
Kommentar zum Löw-Eklat: DFB konnte nicht nachgeben
Chronolgie: Die Verhandlungen zwischen Löw und DFB
Herberger bis Löw: Die Dompteure der Nationalelf
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige