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Street View

Einladung zum Einbrechen

Von Karin M. Erdtmann, 10.02.10, 09:37h, aktualisiert 22.07.10, 17:25h

Die Odenthaler Politiker sehen durch das Abfilmen ganzer Straßenzüge, wie Google das für sein Angebot "Street View" macht, die Sicherheit der Bürger in Gefahr. Das Vorhaben sei eine Einladung für Einbrecher.

Google Street View
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Mit Autos wie diesem fotografiert Google deutsche Städte. (Bild: dpa)
Google Street View
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Mit Autos wie diesem fotografiert Google deutsche Städte. (Bild: dpa)
Odenthal - Gefährden die Aufnahmen von „Google Street View“ die Sicherheit der Odenthaler? Die Politiker sind jedenfalls in Alarmbereitschaft. Einstimmig verabschiedete der Gemeinderat den Beschluss, die Bürger möglichst schnell auf ihr Widerspruchsrecht aufmerksam zu machen. Zudem soll gefordert werden, Autokennzeichen, Gesichter und Hausnummern vor einer weltweiten Veröffentlichung im Netz unkenntlich zu machen. FDP, UWG, SPD und Bündnisgrüne hatten einen entsprechenden Antrag gestellt. Die Zeit drängt, denn ab März will „Google Street View“ auch im ländlichen Bereich ganze Straßenzüge abfilmen. Allerdings scheinen nicht alle Gebiete der Gemeinde als ländlich zu gelten, denn bereits im vergangenen Sommer war das markante Kamerafahrzeug mit dem Teleskopmast entgegen den Ankündigungen von Google Germany unter anderem auf dem Hahnenberg im Einsatz.

Persönlich finde er die virtuellen Spaziergänge am Computer ja interessant, meinte Hans Mettig (BRO), rechtlich allerdings bedenklich. „Wir sind sehr aufgeschreckt“, meinte auch Michaela Bräutigam (CDU) und sah in den Aufnahmen, die für jeden im Internet abrufbar sind, „ein hohes Gefahrenpotenzial für die Bürger. Man kann über sämtliche Zäune und Hecken blicken, in Garagen gucken, Haus und Hof von allen Seiten einsehen.“ Um wirksam dagegen vorgehen zu können, sollte sich die Gemeinde mit anderen Kommunen vernetzen. Von einer Orientierungshilfe für Einbrecher sprach Walter Nobbe (FDP).

Die Verwaltung hatte nichts dagegen, dass öffentliche Gebäude wie das Rathaus, die Schulen oder das Bürgerhaus Herzogenhof von „Street View“ erfasst werden. Objekte wie Altenwohnungen, Obdachlosenunterkünfte und Feuerwehrgerätehäuser sollten jedoch ausgenommen werden. „Es wird keinen Boykottaufruf geben“, stellte Bürgermeister Wolfgang Roeske klar, „aber wir werden die Bürger über die Probleme informieren.“ Eine offizielle Anfrage der Gemeinde an Google Germany aus dem vergangenen Sommer ist bis heute unbeantwortet geblieben.



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