Erstellt 10.02.10, 10:10h, aktualisiert 10.02.10, 11:22h
Westerwelle zog eine gemischte Bilanz des deutschen Engagements in Afghanistan. "Ein einfaches Weiter so ist keine Alternative. Ein einfaches Weggehen ist es aber auch nicht", sagte der Minister. Die Beschlüsse der Londoner Afghanistan-Konferenz markierten einen Neuanfang und einen Strategiewechsel in Afghanistan. Indem die Bundesregierung den Schwerpunkt auf den Wiederaufbau und die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte lege, schaffe sie die Voraussetzung für "die Übergabe der Verantwortung in Verantwortung".
Westerwelle nannte erneut kein konkretes Abzugsdatum. Er bezeichnete jedoch das Ziel des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai als realistisch, 2014 für die eigene Sicherheit sorgen zu wollen. Anfang nächsten Jahres solle eine regionale Übergabe der Sicherheitsverantwortung in Afghanistan erfolgen. Das Ziel sei es, das Bundeswehrkontingent bis Ende 2011 zu reduzieren, so Westerwelle.
Erstmals bewertete die Regierung die Lage in Nordafghanistan als Bürgerkrieg. Nach sorgfältiger Prüfung qualifiziere die Bundesregierung die Situation als "bewaffneten Konflikt im Sinne des humanitären Völkerrechts", sagte am Mittwoch. "Ob uns das politisch gefällt oder nicht: So ist die Lage." Das Wort Bürgerkrieg nahm Westerwelle zwar nicht in den Mund. Völkerrechtler sprechen heute aber nicht mehr von Krieg oder Bürgerkrieg, sondern von bewaffneten Konflikten zwischen Staaten beziehungsweise einem Staat und Aufständischen.
"Die Intensität der mit Waffengewalt ausgetragenen Auseinandersetzung mit Aufständischen und deren militärische Organisation führen uns zur Bewertung, die Einsatzsituation von Isaf auch im Norden Afghanistans als bewaffneten Konflikt im Sinne des humanitären Völkerrechts zu qualifizieren", sagte Westerwelle. Diese Lage klar beim Namen zu nennen, sei die Politik all denen schuldig, die sich in Afghanistan den damit verbundenen Gefahren aussetzten.
Die Klarstellung verbessert die rechtliche Lage der deutschen Soldaten im Norden Afghanistans. Anders als die Truppen zahlreicher anderer Staaten am Hindukusch sind sie in ihrem Vorgehen bisher dem zivilen Strafrecht unterworfen, das auf die Situation eines Bürgerkriegs aber nur begrenzt angewendet werden kann.
Mit Feststellung eines bewaffneten Konflikts gilt das Kriegsvölkerrecht, das die Anwendung militärischer Gewalt gestattet. Bei militärischen Angriffen dürfen laut Kriegsrecht als Nebenfolge auch Zivilisten umkommen, ihre Tötung darf aber nicht unverhältnismäßig sein. Dem deutschen Oberst Georg Klein dürfte die Anwendung des Kriegsrechts bei der juristischen Bewertung seines Falls zugutekommen. Er hatte im September einen Luftangriff nahe Kundus angeordnet, bei dem auch Zivilisten ums Leben kamen. Die Bundesanwaltschaft prüft die Einleitung von Ermittlungen, außerdem befasst sich ein Untersuchungsausschuss des Bundestags mit dem Fall.
Das Bundeskabinett hatte am Dienstag die Erhöhung des Bundeswehrkontingents für die internationale Schutztruppe in Afghanistan beschlossen. Die Bundesregierung will bis zu 850 deutsche Soldaten zusätzlich nach Afghanistan entsenden und die Entwicklungshilfe auf 430 Millionen Euro pro Jahr nahezu verdoppeln. Derzeit umfasst das deutsche Kontingent 4.500 Soldaten. Das neue Mandat soll noch im Februar im Bundestag beschlossen werden. Aufgrund der schwarz-gelben Mehrheit ist die Zustimmung des Parlaments gesichert. (rtr/epd)
eigenartiges Kerlchen
11.02.2010 | 09.41 Uhr | kischfwm
dieser Westerplatitüde, erst will er einen Austieg, dann einen Neuanfang und immer wird das Geld des Bürgers verschleudert. Vielleicht sollte man ihn…
Was redet Westerwell eigentlich..... ???
10.02.2010 | 21.50 Uhr | hellmer
Herr Westerwelle und sein Verständnis ist genauso schwachsinng wie die damalige Aussage Strucks: „Deutschland wird am Hindukusch verteidigt“
Es …
Kluger Schachzug
10.02.2010 | 18.14 Uhr | B.Melchert
Herr Westerwelle strebt wohl die Aussetzung der nächsten Bundestagswahl an. Wenn sich Deutschland im Krieg befindet, ist die Kanzlerin…
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
Horstmann erzürnt über Podolski
Popstar Whitney Houston ist tot
Skibbe hinterlässt Scherbenhaufen

Frankfurter Rundschau
Stuttgart 21 - Geißler erinnert die Bahn an ihr VersprechenProteste - Portugal begehrt auf

EXPRESS
Köln - HSV im Liveticker - Trifft Nova gegen seinen Lieblingsgegner?Eisschollen am Rhein - Grönland? Nein: Rheinland!

Spiegel Online
Fotostrecke: Kampf und Krampf im KellerWhitney Houstons Gesangstalent: Diese Stimme gab's nur einmal