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Sauerland-Prozess

Yilmaz pöbelt gegen Verteidigung

Erstellt 10.02.10, 14:31h

Auch für Adem Yilmaz fordert die Verteidigung im Sauerland-Prozess einen deutlichen Straf-Rabatt. Der Angeklagte habe nicht aus politischer Überzeugung gehandelt. Yilmaz selbst wehrte sich lautstark gegen die Ausführungen seiner Anwältin.

Adem Yilmaz
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Hat sich über seine eigene Verteidigerin empört: Adem Yilmaz. (Bild: dpa)
Adem Yilmaz
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Hat sich über seine eigene Verteidigerin empört: Adem Yilmaz. (Bild: dpa)
DÜSSELDORF - Im Prozess gegen die islamistische "Sauerland"-Gruppe hat die Verteidigung für den Terroristen Adem Yilmaz eine Strafe "weit unter" elfeinhalb Jahren Haft gefordert. So viel hatte die Bundesanwaltschaft beantragt. Yilmaz (31) sei die treibende Kraft der Geständnisse gewesen und habe als erster begonnen auszusagen, sagte seine Verteidigerin Ricarda Lang am Mittwoch vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht. Der Angeklagte äußerte allerdings lautstark Kritik am Plädoyer der Verteidigung. Die Bundesanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, mit gewaltigen Autobomben einen für die Bundesrepublik einzigartigen Massenmord geplant zu haben.

Yilmaz hat aus Sicht der Verteidigung echte Reue gezeigt und sein Tun als Fehler erkannt. Das Bild des unbeirrbar fanatischen Gotteskriegers sei falsch. "Beim Angeklagten Yilmaz spielt sein religiöses Verständnis gar keine Rolle", sagte Lang. Er sei auch "vollkommen unpolitisch." Am Dienstag hatten bereits die Verteidiger des Anführers der "Sauerland"-Gruppe, Fritz Gelowicz, für einen erheblichen Strafrabatt ihres Mandanten plädiert.

Yilmaz fehlt es nach Angaben seiner Anwältin an Selbstwertgefühl. Von der Islamischen Dschihad Union (IJU) habe er neben der Terror-Ausbildung auch Respekt erhalten. Deshalb habe er sich verpflichtet gefühlt, als der Anschlagsplan an ihn herangetragen wurde. Yilmaz lege ein "ausgeprägtes moralisches Schwarz-Weiß-Denken" an den Tag und "pubertäre Vorstellungen von Kampfeshandlungen à la Rambo". Yilmaz schien mit dem Plädoyer seiner Verteidigerin nicht in allen Punkten einverstanden: "Das ist Schwachsinn", rief er vernehmlich.

   Die Terroristen der islamistischen "Sauerland"-Gruppe sollen nach dem Willen der Bundesanwaltschaft bis zu 13 Jahre hinter Gitter. Die Terroristen hätten 150, am liebsten aber mehr Menschen töten wollen. Die kaum vorstellbare Sprengkraft ihrer Bomben hätte 410 Kilogramm TNT entsprochen. Auf diese Weise sollte der Bundestag zu einem Truppenabzug aus Afghanistan genötigt werden.

Daniel Schneider, Fritz Gelowicz und Adem Yilmaz waren im Herbst 2007 nach monatelanger Beobachtung durch die Sicherheitsbehörden im Sauerland festgenommen worden. Das Urteil soll am 4. März gesprochen werden. (dpa)



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