Schriftgröße

Insolvenz

Kölner Haien droht das Aus

Von Christian Oeynhausen, 21.02.10, 19:18h, aktualisiert 22.02.10, 10:25h

Schlechte Nachrichten von den Kölner Haien: Der achtmalige Deutsche Meister befindet sich in einer finanziellen Schieflage. Nach Auskunft von Geschäftsführer Thomas Eichin fehlen dem KEC eine halbe Million Euro.

Kölner Haie
Bild vergrößern
Ein Spieler der Kölner Haie. (Bild: Dahmen)
Kölner Haie
Bild verkleinern
Ein Spieler der Kölner Haie. (Bild: Dahmen)
KÖLN - Den Kölner Haien droht mitten in der laufenden Saison das Aus. KEC-Geschäftsführer Thomas Eichin sprach am Sonntag von einem „großen wirtschaftlichen Problem.“ Der achtmalige Deutsche Meister sei deswegen mit Gehaltszahlungen an seine Profis im Rückstand, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Es fehlt eine halbe Million Euro, um die Saison ohne Schaden zu überstehen“, sagte Eichin nach einer Krisensitzung mit den Gesellschaftern der GmbH. Wenn es ihm nicht gelinge, die Summe in der nächsten Zeit aufzubringen, sei die Insolvenz nicht auszuschließen. „Ich habe keine vier Wochen mehr Zeit“, so Eichin. Er werde in der nächsten Woche das Gespräch mit Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters suchen, um auszuloten, ob und in welcher Form die Stadt bereit sei, zu helfen. Der Bitt-Gang zur Stadt Köln deutet darauf hin, dass die 2009 gegründete Sport Holding Cologne (SHC) als neue Gesellschafterin des KEC nicht willens oder in der Lage ist, weitere Mittel für den laufenden Betrieb zuzuschießen.

Nach der Beinahe-Pleite im Dezember 2008 und dem weitgehenden Rückzug des langjährigen Mäzen Heinz Hermann Göttsch sollten in der SHC zehn Gesellschafter mit einer Einlage von je 200.000 Euro zusammengefasst werden. Nach Informationen dieser Zeitung beträgt die Einlage zurzeit insgesamt 1,6 Millionen Euro.

Die aktuelle Krise erklärt Eichin mit dramatisch gesunkenen Einnahmen: Schwache Zuschauerzahlen, Einbrüche beim Fanartikelverkauf, Logenvermarktung und Sponsoreneinnahmen stehen. „Ich kriege es durch die Einnahmen nicht mehr gedeckelt. Die Wirtschaftskrise schlägt brutalst durch. Die Leute haben einfach kein Geld mehr“, sagte Eichin. Die personellen Maßnahmen während der Saison (Trainerwechsel, drei neue Spieler) seien kein Grund für die Schieflage. Die Kosten dafür erreichten zusammen nicht einmal sechsstellige Höhe, so Eichin.

Personalplanungen für die Saison 2010/11 sollen wegen der akuten Not hintanstehen. Die vom ZDF aus Vancouver verbreitete Meldung, die Haie seien sich mit Nationalspieler John Tripp (Hamburg Freezers) einig, dementierte Eichin: „Das können wir uns gar nicht leisten.“



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Newsticker


DEL


Anzeige


Bildergalerien