Erstellt 22.02.10, 11:23h, aktualisiert 22.02.10, 15:02h
Klemperer habe sich unermüdlich eingesetzt für die Forschung über die Hitler-Diktatur und den deutschen Widerstand, sagte Stiftungsratsmitglied Joachim Scholtysek bei der Preisverleihung. Seine Publikationen seien "zentral und unersetzlich". Der in Berlin geborene Klemperer habe Archivmaterial aus den USA, Großbritannien, Deutschland, Schweden, der Schweiz und Italien zusammengetragen und ein Referenzwerk erstes Ranges geschaffen, das trotz allem noch gut lesbar sei.
Meyer bekam den Preis für seine Forschungsarbeit mit dem Titel "Unternehmen Sieben". Darin geht es um eine Rettungsaktion für Juden, die aus dem Amt Ausland/Abwehr im Oberkommando der Wehrmacht gesteuert wurde und mit der unter anderem Dorothee Fliess gerettet wurde. In seinem 600 Seiten umfassenden Buch habe Meyer minuziös die Rettungsaktion von der Idee bis zur Vollendung rekonstruiert. Er habe Netzwerke, Beziehungen und Möglichkeiten beschrieben und damit die Geschichte des "Unternehmen Sieben" nachvollziehbar gemacht, erklärte der stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende Christoph Studt in seiner Laudatio.
Den Dorothee-Fliess-Preis will die in Bielefeld ansässige Forschungsgemeinschaft künftig alle zwei Jahre in zwei gleichen Teilen zu jeweils 5.000 Euro anlässlich ihrer Königswinterer Tagungen vergeben. Bei der diesjährigen Zusammenkunft, die am Sonntag endete, standen die weltanschaulichen Grundlagen des Nationalsozialismus im Mittelpunkt. (epd)
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