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Eishockey-Misere

Die Haie dürfen nicht untergehen

Von Tobias Kaufmann, 22.02.10, 13:13h, aktualisiert 22.02.10, 16:31h

Nach Auskunft der Geschäftsführung fehlen dem KEC eine halbe Million Euro. Unabhängig davon, wer an der Misere schuld ist, sollte Köln alles tun, um die Haie zu retten. Denn der KEC ist systemrelevant. Anstoß – der tägliche Kommentar

Kölner Haie
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Ein Spieler der Kölner Haie. (Bild: Dahmen)
Kölner Haie
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Ein Spieler der Kölner Haie. (Bild: Dahmen)
Wenn der Geschäftsführer eines Unternehmens öffentlich über die drohende Insolvenz spricht, dann ist das entweder eine geschäftsschädigende Dummheit – oder ein verzweifeltes SOS-Signal. Im Falle von Thomas Eichin, der am Sonntag den möglichen Untergang der Kölner Haie verbreitete, dürfte es sich um letzteres handeln. Die Haie sind offenbar nicht nur ausgerutscht, sondern sogar eingebrochen in das Eis, das sie eigentlich tragen soll. Daran sind zwei sportlich verlorene Saisons schuld – aber auch einige andere, wirtschaftliche Faktoren und Fehler. Eichins Botschaft lautet deshalb in etwa: Wer auch immer in der Lage ist, die Haie aus dem Wasser zu ziehen, der soll es bitte tun. Und zwar schnell.

Die Adresse des Hilferufs sind nicht nur Sponsoren und die Deutsche Eishockeyliga DEL, sondern sicher auch die Stadt Köln. Und da wird es angesichts der desaströsen kommunalen Finanzen delikat. Sollen die Kölner Steuerzahler einspringen, um eine Profi-Eishockey-Firma zu retten, die in eine – selbst verschuldete – Krise geraten ist? Hat Köln nicht in einem ähnlichen Fall im Vorjahr die Basketballer der Köln 99ers untergehen lassen?

Die Haie sind systemrelevant

Die Antwort lautet trotz alledem: Ja. Denn man kann die beiden Fälle nicht gleichsetzen. Die Kölner Haie sind nach dem 1. FC Köln die sportliche Institution dieser Stadt. Sie haben eine Bedeutung, die Kölns auf- und untergehende Basketballteams trotz aller Erfolge nie erreichten. Die emotionalen Argumente werden darüber hinaus von den rationalen geschlagen. Die Kölnarena wurde unter anderem als Spielstätte der Kölner Haie gebaut. Sie verlöre ohne Haie einen Teil ihrer wirtschaftlichen Basis – was am Ende die Kölner Steuerzahler mitbezahlen müssten. Kurz: Die Haie sind systemrelevant. Ein Ansatzpunkt wäre die hohe Arena-Miete, die es den Haien in sportlich schwachen Jahren kaum erlaubt, mit ihren Heimspielen genügend Geld zu verdienen – was wiederum eine Grundlage für sportlich bessere Zeiten wäre.

Ein Freifahrtschein sollte solches Entgegenkommen aber nicht sein. Den Haien das Leben zu retten ist das eine. Sie wieder in eine Form zu bringen, die alljährliche Hilfe-Rufe verhütet, ist dann die zweite, kompliziertere Aufgabe.



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