Von Matthias Pesch, Detlef Schmalenberg und Andreas Damm, 22.02.10, 19:51h, aktualisiert 17.02.11, 13:30h
Das Management der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) hegt mittlerweile selber Zweifel, dass die eigene Bauaufsicht für die U-Bahn-Baustelle am Waidmarkt funktioniert hat. Das hat der „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Montag aus Kreisen des städtischen Unternehmens erfahren. Ein von der KVB beauftragter Rechtsanwalt soll klären, wie die drei für die Kontrollen zuständigen Ingenieure ihre Arbeit verrichtet haben. Die Unternehmensspitze sei unzufrieden darüber, dass die drängenden Fragen zur Rolle der eigenen Mitarbeiter bei der Bauaufsicht ein knappes Jahr nach dem Einsturz des Stadtarchivs noch nicht beantwortet sind.
Es gilt als sicher, dass die U-Bahn-Arbeiten die Katastrophe am 3. März 2009 verursacht haben. Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ haben Monteure einer Brunnenbaufirma in ihrer polizeilichen Vernehmung ausgesagt, es habe am Waidmarkt in der Zeit vor dem Unglück „faktisch“ keinerlei Kontrolle gegeben. Selbst bei den wöchentlich vorgeschriebenen Messungen, etwa zu der Menge des abgepumpten Wassers und dem Anteil der mitgespülten Erdteile, seien sie über Monate hinweg nie kontrolliert wurden.
Eine unzureichende Aufsicht in der Baugrube könnte deshalb so brisant sein, weil die weit über das genehmigte Maß abgepumpten Grundwassermengen zu viele Feinteile im Boden weggeschwemmt haben könnten. Dadurch könnte nach Auffassung von Insidern ein Hohlraum im Erdreich unter dem Archiv entstanden sein, der letztlich in Kombination mit einem Loch in einer Schutzwand zu dem Einsturz des Archivgebäudes und zweier benachbarter Wohnhäuser führte.
Zwar belege eine „Vielzahl von digitalen Bildern und Protokollen“, dass die KVB am Waidmarkt kontrolliert habe, heißt es in einer Pressemitteilung. Zudem habe man „die Bauunternehmen auf Undichtigkeiten oder eintretendes Wasser aufmerksam gemacht“ und „aufgefordert, geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen“. Ob die Kontrolleure jedoch in jedem Fall angemessen und richtig gehandelt haben, werde „zu klären sein“. Auch so lassen sich Zweifel ausdrücken. Ein Dementi sieht anders aus.
Der Bauherr als sein eigener Kontrolleur: Die Kölner Grünen wollen sich im Landtag und Bundestag dafür einsetzen, die gesetzlichen Bestimmungen für die hoheitliche Aufgabe der Bauaufsicht bei großen Verkehrsvorhaben zu überprüfen. „Es ist ein Unding, dass offenbar bei U-Bahnprojekten weniger Kontrollen und nur Stichproben gesetzlich vorgeschrieben sind, als bei sonstigen Bauwerken nach Landesbauordnung“, heißt es in einer Mitteilung des Fraktionsvorstandes. „Mit den beteiligten Firmen soll eine Sanierungsvereinbarung getroffen werden, die insbesondere die Restaurierung der Archivalien mit einschließt.“
Der Baukonzern Bilfinger Berger hat unterdessen Fehler in der Qualitätskontrolle eingeräumt und eine „lückenlose Aufklärung“ möglicher Unregelmäßigkeiten beim Kölner U-Bahn-Bau und an der ICE-Strecke München-Nürnberg angekündigt. Anschließend würden gegebenenfalls die nötigen personellen Konsequenzen gezogen.
Der Leiter der Hochwasserschutzzentrale, Reinhard Vogt, hält es für möglich, dass die Baustelle am Heumarkt, in deren Schutzwand etliche Stahlbügel fehlen, bereits bei einem Pegelstand von sechs Metern geflutet werden muss. Derzeit ist dieser Schritt zur Sicherung der Grube erst bei 6,50 Metern vorgesehen. „Bei sechs Metern müssen wir uns die Situation genau ansehen und dann eine Entscheidung treffen“, sagte Vogt am Montag. Bei Hochwasser steigt auch der Grundwasserspiegel. Die Entscheidung, die Baugrube unter Wasser zu setzen, müsse sich danach richten, wie stark das Grundwasser am Heumarkt steigt. Angesichts des Tauwetters und der zu erwartenden Regenfälle werde die Sechs-Marke wahrscheinlich Ende der Woche erreicht, so Vogt.
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Jazzmatazz
25.02.2010 | 15.39 Uhr | kissen
Sich auf ein solches Niveau herunter zu lassen, ist nicht meine Art. Sie argumentieren nur mit Kraftwörtern und sonst ist in Ihrem Hirn nichts…
Sinn und Zweck der Demokratie
25.02.2010 | 08.29 Uhr | Jazzmatazz
> da hat man wohl das Recht, seine
> Meinung zu äußern.
Das Problem ist nur, dass jedes Arschloch heute so argumentiert, jeder Linksparteien- und…
Jazzmatazz
24.02.2010 | 09.36 Uhr | kissen
Sie sind ein arroganter Pinsel. Schauen Sie zuerst einmal hinter Ihrer Tür und dann kritisieren Sie andere. Hier geht es um einen Zeitungsartikel und…
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