Von Frank Nägele, 22.02.10, 20:13h, aktualisiert 23.02.10, 12:02h
WOLFGANG OVERATH: Das habe ich diesmal nicht getan, so etwas nützt sich ja auch ab.
ksta: Wie erklären Sie sich den rapiden Abschwung der letzten Wochen?
OVERATH: Die Geschichte ist für mich relativ unerklärlich. Vor 14 Tagen waren wir alle noch in einer guten Situation, da waren die Spiele gegen Wolfsburg, Frankfurt und den HSV, wir standen im Viertelfinale des DFB-Pokals, in der Stadt gab es sogar eine leise Hoffnung im nächsten Jahr international zu spielen.
ksta: Wie gelang es dem 1. FC Köln, so schnell in eine Krise zu geraten, die sich so groß anfühlt?
OVERATH: Für mich hat das vor allem mit dem Spiel in Augsburg, dem Pokal-Aus beim Zweitligisten zu tun. Aber aus meiner eigenen Zeit als Spieler weiß ich, dass solche Spiele passieren können. Wir hatten eine riesengroße Chance und sind ausgeschieden. Ich glaube, diese Niederlage hat die Mannschaft tief in ihrem Selbstbewusstsein getroffen. Auf Schalke hatte sie keine Torchance, gegen Stuttgart kam ich mir vor wie in einem Freundschaftsspiel. Das ist mir unerklärlich, das kann nichts mit der Substanz der Mannschaft zu tun haben, dafür muss es andere Gründe geben. Um aus einer solchen Situation zu kommen, gibt es nur einen Weg: laufen, kämpfen, arbeiten und der Mannschaft in Gesprächen das Selbstvertrauen zurück-geben.
ksta: Das scheint dringend nötig zu sein, denn die nächsten Gegner heißen Leverkusen und Bayern.
OVERATH: Natürlich sind das nicht die idealen Gegner, aber ich sage ganz ehrlich, dass es mir lieber ist, wenn wir jetzt gegen Leverkusen und Bayern spielen als gegen Hertha, Hannover oder Freiburg. Leverkusen und Bayern kann man, wenn alles normal läuft, nicht schlagen. Aber im Fußball läuft es ja Gott sei Dank nicht immer normal. Gegen Leverkusen und Bayern ist viel weniger Druck auf der Mannschaft, als wenn wir gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellenbereich spielen würden.
ksta: In der Hinrunde hat der FC in 17 Spielen 15 Gegentore bekommen. In der Rückrunde in sechs Spielen schon 16. Steckt dahinter womöglich ein zu offensiver Spielplan?
OVERATH: Natürlich ist man hinterher immer schlauer, natürlich mussten wir kompakter stehen. Aber wenn unsere Abwehr, vor allem die in der Vorrunde überragenden Geromel und Mohamad, nicht mehr in dieser Form sind, wäre es so oder so schwer geworden. Es ist eine Tatsache, dass unsere große Stärke in der Vorrunde darin lag, dass wir kompakt standen, dass es den Gegnern sehr schwer gefallen ist, gegen uns Tore zu erzielen. Dahin müssen wieder zurückkommen.
ksta: Ihr Manager Michael Meier hat vor dem Spiel gegen Stuttgart einem Führungsspieler wie Maniche mangelnde Einsatzbereitschaft für das Team vorgeworfen.
OVERATH: Wir haben Maniche geholt, damit er vorangeht, schon aufgrund seiner Klasse, seiner Erfahrung und der Erfolge, die er in seiner Karriere hatte. Maniche zählt auch finanziell zu unseren Topspielern. Das ist ein Führungsspieler, so ein Mann kann nicht zum 1. FC Köln kommen und dann ein ganz normaler Spieler sein. Das gilt für alle erfahrenen Spieler wie Novakovic, Petit, Lukas Podolski, Mondragon und alle anderen.
ksta: Hat der 1. FC Köln auch ein Podolski-Problem?
OVERATH: Ich sage es ganz klar: Lukas ist einer der besten und talentiertesten Spieler, die es in Deutschland gibt. Über so einen Spieler in deiner Mannschaft freut sich jeder. Er hat fast 70 Länderspiele und 37 Tore. Aber auch Lukas muss vorangehen, er ist ein Führungsspieler, er muss das auf dem Platz zeigen, so, wie ich es gegen Stuttgart teilweise von ihm in der zweiten Halbzeit gesehen habe. Das geht nur über Kampf, er muss diesen Kampf annehmen und allen zeigen: Ich, Lukas Podolski, bin bereit, die Drecksarbeit zu machen. Er darf nicht resignieren. Ich bin mir aber sicher, er ist auf dem richtigen Weg.
ksta: Wie ist die Position Ihres Trainers Zvonimir Soldo nach den letzten drei Niederlagen?
OVERATH: Ach hören Sie mir doch mit dieser Frage auf. Vor zwei Wochen war auch in der öffentlichen Wahrnehmung noch alles in Ordnung, seine Arbeit wurde gelobt und positiv gesehen, da kann jetzt nicht alles schlecht sein. Soldo ist ein sehr sauberer, anständiger Kerl mit unheimlich viel Ahnung vom Fußball. Natürlich hat er auch Schwächen wie wir alle. Er hat sich sehr gut weiterentwickelt und wir sind von seiner Arbeit überzeugt.
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Herr Overath im Irrtum!
25.02.2010 | 10.23 Uhr | Krokodil801
Herr Podolski war schon in München Trainingsfaul und undiszipliniert. Für einen Führungsspieler fehlen ihm die Möglichkeiten (mental) zudem kommt…
@Schäl
24.02.2010 | 18.17 Uhr | Perikles0815
Interessiert mich auch. Kam nach Knut Reinhardt noch einer?
Tuennes..
24.02.2010 | 16.44 Uhr | bm9950
..sollte sich lieber Schäl nennen:
Erst lässt er geistigen Dünnpfiff auf dem Niveau eines Chemiekessels ab ("letzen Hartz IV Kröten"), und…
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