Erstellt 22.02.10, 21:02h
Wenige Wochen vor seinem Abschied hatte 61 Jahre alte Brender am Wochenende im Nachrichtenmagazin "Spiegel" zum einen scharfe Kritik an der seiner Meinung nach parteipolitisch gefärbten Personalpolitik des ZDF-Aufsichtsrats geübt. Zum anderen hatte er ein internes "Spitzelsystem" beklagt, das davon lebe, dass Redakteure den Parteien Senderinterna zutragen. Er sprach von "Inoffiziellen Mitarbeitern" der Parteien, die "wirklich vergleichbar mit den IM der DDR" seien. Da sei ein "fein gesponnenes Netz von Abhängigkeiten" entstanden, "aus dem sich Karrierechancen, aber auch Verpflichtungen ableiten" ließen, sagte er.
Die Unions-Mehrheit im ZDF-Verwaltungsrat hatte sich im November mit ihrem Anliegen durchgesetzt, Brenders Vertrag nicht zu verlängern. Der Vorgang hatte große Aufmerksamkeit erregt und eine Diskussion um die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Fernsehens angestoßen. Im "Spiegel" kritisierte Brender nun erneut heftig das "Proporzdenken" der Parteien und die "Rückgratlosigkeit" jener Unionspolitiker wie Hessens Ministerpräsident Roland Koch, die über den ZDF-Verwaltungsrat nach seiner Auffassung damals seine Abwahl betrieben hätten.
Kritik an Brender kam auch vom Unions-Obmann im Bundestags-Medienausschuss, Marco Wanderwitz. Der CDU-Politiker sprach in der "Bild"-Zeitung vom Montag von "Rufschädigung" und forderte, über eine Kürzung der Pensionszahlung für Brender nachzudenken. "Was auch immer vorgefallen ist: So geht man als scheidender Chefredakteur mit seinem Sender nicht um", sagte er. Der ZDF-Verwaltungsrat sollte dessen Verträge nun unter diesem Aspekt prüfen." (afp)
unpassender Vergleich
23.02.2010 | 12.30 Uhr | langsamdenker
Was bei der Diskussion um "Spitzel" beim ZDF zu kurz kommt, ist die Tatsache, dass ein guter und erfahrener Journalist einen vollkommen unpassenden…
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