Von Matthias Pesch, 25.02.10, 15:17h, aktualisiert 27.02.10, 11:49h
In der U-Bahn-Baustelle am Heumarkt sollte nach bisherigen Plänen am Samstagmittag mit einer „Vorflutung“ begonnen werden. Bis Sonntag früh seien nach Angaben der Stadt und der Kölner Verkehrs-Betriebe zunächst rund 14,5 Millionen Liter Wasser in die unterste Ebene des U-Bahn-Bauwerks gepumpt worden, die im Rohbau bereits fertiggestellt ist. Dadurch habe die Sicherheit in der Baustelle „weiterhin auf höchstem Niveau“ gehalten werden sollen, wie Stadt und KVB erklärten. Durch das Anheben des Wasserspiegels in der Baugrube wird der Druck des Grundwassers auf die Betonschutzwände der Baustelle ausgeglichen.
Ob und wann die Baustelle weiter geflutet werden muss, macht der Koordinierungsstab unter Leitung von Stadtdirektor Guido Kahlen von der weiteren Entwicklung des Hochwassers abhängig. Bei Bedarf könne auch Rheinwasser in die Baustelle gepumpt werden, hieß es. Für Samstagmorgen hatte die Hochwasserschutzzentrale einen Pegelstand zwischen 6,10 Meter und 6,40 Meter, Tendenz steigend, erwartet. Derzeit (Samstag, 12 Uhr) liegt der Pegel jedoch noch knapp unter 6,10 Metern.
Die Sicherheit der U-Bahn-Baustelle geriet in die Diskussion, weil sich herausgestellt hat, dass in den Betonschutzwänden der Grube teilweise mehr als 80 Prozent der vorgesehenen Eisenbügel fehlen. Ein Polier, gegen den die Staatsanwaltschaft ermittelt, soll mit seiner Kolonne die Stahlteile gestohlen und einem Schrotthändler verkauft haben.
Am Freitagvormittag stand das Grundwasser bei 38,28 Meter, es stieg stündlich um weniger als zwei Zentimeter und damit laut Stadt langsamer als erwartet. Jede halbe Stunde werde gemessen, die Daten würden kontinuierlich von den Experten der Hochwasserschutzzentrale und der Berufsfeuerwehr ausgewertet.
Ab Samstagmittag nun wäre das Grundwasser, das normalerweise in den Rhein geleitet wird, in den unteren Teil der Baugrube gepumpt worden - und zwar bis zu der Zwischendecke der Haltestelle, an der derzeit gearbeitet wird. Diese Zwischendecke soll nach Angaben von Stefan Roth, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft (Arge) der verantwortlichen Baufirmen, nicht erst im April, sondern bereits ab kommenden Dienstag betoniert werden. „Dann verträgt das Bauwerk auch noch deutlich höhere Pegelstände“, so Roth. Es werde etwa ein bis zwei Tage dauern, um die Baugrube bei einem niedrigeren Pegelstand wieder leer zu pumpen.
Stadt und KVB betonen, dass ein „Überlaufen“ der Baustelle ebenso ausgeschlossen sei wie ein Eindringen von Wasser in benachbarte Gebäude oder eine Einsturzgefahr. Das Einpumpen des Wassers könne von außen nicht beobachtet werden, so die Stadt. Es werde keine größeren Behinderungen für den Auto- und Bahnverkehr geben, auch das Einkaufen in diesem Bereich sei problemlos möglich. Gewerbetreibende und Anwohner des Heumarkts sollen noch mit Flugblättern gesondert informiert werden.
In den vergangenen Tagen waren die Eingänge zu den vier Tunnelröhren bereits mit Schotts abgedichtet worden. Außerdem hatten die Baufirmen die Baugrube mit zusätzlichen Betonstützen und Stahlträgern gesichert. Laut Roth wird der Rohbau der Haltestelle Heumarkt, in der auch eine Ebene für eine mögliche Ost-West-U-Bahn entsteht, im Frühjahr 2011 fertiggestellt sein.
Für telefonische Fragen ist das Call-Center der Stadt am Samstag ab 8 Uhr unter der Nummer 0221/221-261 61 zu erreichen.
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English
28.02.2010 | 22.48 Uhr | Flolin
Hallo,
ich weiß nicht so recht, wie ich es sagen sollte, aber könnte es sein, dass Sie eine Übersetzermaschine für die englische Texte benutzen?…
Oberbürgermeister
28.02.2010 | 16.23 Uhr | Pippo
Ich finde es gemein, auf Roter herumzuhacken.
Als Regierungspräsident wollte er Akteneinsicht haben und wurde dann praktisch sofort von der…
Eisenbügel
28.02.2010 | 15.14 Uhr | Pippo
Lieber Ksta,
Ich frage mal ganz einfach und naiv:
Sind die "geklauten" Eisenbügel an der Baustelle überhaupt angeliefert worden???
Und was würde…
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