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Archiv

Das Stadtgedächtnis retten

Von Rainer Rudolph, 26.02.10, 18:40h, aktualisiert 26.02.10, 18:42h

Archivleiterin Bettina Schmidt-Czaia hat ihr Buch „Gedächtnisort. Das Historische Archiv der Stadt Köln“ vorgestellt. Vermittelt werden Informationen über die Archiv-Geschichte, den Einsturz und die Erhaltung der geborgenen Schätze.

Stadtarchiv Köln Archivalien
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Die geretteten Archivalien werden von Restauratoren aufbereitet. (Bild: dpa)
Stadtarchiv Köln Archivalien
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Die geretteten Archivalien werden von Restauratoren aufbereitet. (Bild: dpa)
Köln - Bereits im April könnte die Bergung von Archivalien am Einsturzort des Historischen Archivs weitergehen. Zunächst sollen die Stellen abgesucht werden, an denen die Betonpfeiler für das Bergungsbauwerk gesetzt werden, von dort aus geht es dann zur Mitte des Trichters. Das teilte Archivleiterin Bettina Schmidt-Czaia am Rande der Vorstellung ihres neuen Buches „Gedächtnisort. Das Historische Archiv der Stadt Köln“ mit. Mitherausgeber Ulrich S. Soénius, Chef des Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsarchivs und Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer, forderte von Land und Bund nachdrücklich die Beteiligung an der Stiftung für das Stadtarchiv, weil es eine „nationale Aufgabe“ sei, diese Quellen wieder zugänglich zu machen.

Der vorgelegte Band vermittelt - auch für Nichtwissenschaftler verständlich - grundlegende Informationen über das Archiv, seine Geschichte, seine Bestände, den Einsturz, die Bergung und alle laufenden und geplanten Bemühungen zur Erhaltung und Restaurierung der geborgenen Schätze. In einem zweiten Teil wird aus Sicht der Nutzer des Archivs über seine Bedeutung für die Geschichtswissenschaft und einzelne ihrer Sparten wie zum Beispiel die Rheinische Geschichte berichtet. Dazu zählt auch die beruhigende Feststellung, dass die Erstellung der 13-bändigen „Geschichte der Stadt Köln“ wohl behindert, aber nicht unmöglich geworden ist.

Ein nicht unerheblicher Teil des Buches gilt Überlegungen zur Zukunft des Archivs. So entwirft die Archivleiterin das Bild eines „Bürgerarchivs“, das von jedermann genutzt wird und der Stadtverwaltung als Informationsdienstleister dient. Der Historiker Ralph Jessen entwirft gar, Hoffnung stiftend, neue Forschungsfelder wie die „Kölner Lokalidentität“ oder „Zivilgesellschaft und lokale Öffentlichkeit“.

Das Paradoxe bei allen Diskussionen um das Archiv: Erst sein Einsturz hat die Wahrnehmung der Archive in der Öffentlichkeit stark befördert. Umso mehr gilt jetzt die Feststellung der Herausgeber: „Das Archiv soll den Kölnern nie wieder aus dem Gedächtnis entschwinden.“

Das besprochene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich. Zwei Euro vom Verkaufspreis gehen an das Historische Archiv.

Bettina Schmidt-Czaia/Ulrich S. Soénius: „Gedächtnisort. Das Historische Archiv der Stadt Köln“. Böhlau Verlag, 197 Seiten, 19,90 Euro.



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