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Klagemauer

Rückkehr auf die Domplatte

Von Helmut Frangenberg, 02.03.10, 18:27h, aktualisiert 02.03.10, 18:28h

Die Staatsanwaltschaft Köln sieht keine Volksverhetzung in der Pappwände-Installation zum Nahost-Konflikt am Dom und hat den Vorwurf des Antisemitismus zurückgewiesen. Dennoch hat sich Walter Herrmann bereits einem neuen Thema zugewandt.

Antisemitische Karikatur
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Diese Karikatur hat zahlreiche Kölner Bürger gegen die „Klagemauer“ auf den Plan gerufen. (Bild: Buurmann)
Antisemitische Karikatur
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Diese Karikatur hat zahlreiche Kölner Bürger gegen die „Klagemauer“ auf den Plan gerufen. (Bild: Buurmann)
Köln - Walter Herrmann hat sich in einer schriftlichen Erklärung von der Aussage der umstrittenen Karikatur distanziert, die mehrere Monate an seiner Klagemauer am Dom gehangen hat. „Ich stimme nicht mit der Bildaussage der antiisraelischen Karikatur überein, vielmehr distanziere ich mich von ihr, da sie als antisemitisch aufgefasst werden kann“, so Herrmann, der sich in den letzten Wochen massiver Kritik ausgesetzt sah. Bei der Staatsanwaltschaft waren mehrere Anzeigen wegen Volksverhetzung eingegangen.

Im Wesentlichen ging es um ein Foto, das einen jungen Demonstranten zeigt, der eine Karikatur trägt. Auf dieser zerteilt ein Mann mit Davidstern ein palästinensisches Kind, um es zu essen. Die Anzeigen von nicht-jüdischen Privatpersonen will die Staatsanwaltschaft nicht weiter verfolgen. Der Straftatbestand der Volksverhetzung setzt voraus, dass Teile der inländischen Bevölkerung selbst betroffenen sein müssten. Vor diesem Hintergrund wird vorerst nur noch die mittlerweile vorliegende Anzeige der Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit weiterverfolgt.

Herrmann wollte nach eigener Aussage mit dem Pressefoto eine „offene Diskussion“ über die Politik Israels einfordern. „Die Klagemauer-Aktion zum Israel-Palästina-Konflikt wollte dazu einen Anstoß geben.“ Mit Antisemitismus habe er nichts im Sinn. „Nur meine ich, dass die israelische Politik in der Pflicht ist, alles zu vermeiden, was tiefsitzende antijüdische Ressentiments aufleben lässt.“ Mit der Aktion habe er nicht nur die israelische Militäroffensive, „sondern auch die internationalen Reaktionen darauf anhand von Pressefotos“ darstellen wollen. Nachdem der Träger des Aachener Friedenspreises einige Tage von der Domplatte verschwunden war, ist er nun wieder aktiv - allerdings mit einem neuen Thema. Die Klagemauer prangert nun die Wohnungsnot an.



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