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Sinnfrage

Ist alles zu hektisch, Herr Prahl?

Erstellt 05.03.10, 15:52h, aktualisiert 05.03.10, 15:56h

Axel Prahl ist Schauspieler und gleichzeitig noch Vater von vier Kindern. Im Interview spricht der „Tatort”-Kommissar bei ksta.de über Ruhe im Stress. Ihm hat geholfen, immer alles mit Gelassenheit zu nehmen.

Axel Prahl
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Axel Prahl spielt Hauptkommissar Frank Thiel in der Tatortreihe des WDR aus Münster. (Bild: ddp)
Axel Prahl
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Axel Prahl spielt Hauptkommissar Frank Thiel in der Tatortreihe des WDR aus Münster. (Bild: ddp)

Herr PRAHL:, im Tatort Münster spielen Sie Kommissar Thiel, der sich nie aus der Ruhe bringen lässt, immer gelassen und entspannt wirkt. Sind Sie ihm da ähnlich?

AXEL PRAHL: Die Rolle des Kommissars Thiel hat mit mir wenig gemein, mein Alltag ist insgesamt eher hektisch. Mein Zeitplan ist ziemlich dicht gedrängt, außerdem habe ich auch noch zwei vierjährige Kinder, Zwillinge, die verbreiten natürlich auch eine gewisse Hektik. Wir wirkt Hektik auf Sie?

PRAHL: Hektik kann sehr unproduktiv sein, da es sehr schnell dazu führt, dass man sich verzettelt. Ich versuche aber, mich immer wieder zur Ruhe zu zwingen.

Wie bringen Sie sich zur Ruhe?

PRAHL: Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, etwas weniger zu drehen. Gleich zu Anfang des Jahres war ich statt erneuter Dreherei auf einer Kreuzfahrt mit der MS Deutschland. Da bin ich in die Antarktis gegondelt und habe gelesen.

War das nicht langweilig – die ganze Zeit auf einem Schiff?

PRAHL: Überhaupt nicht. Wir sind um Kap Hoorn herumgekurvt. Das führt erfreulicherweise dazu, dass man keinen Handyempfang hat. Das entschleunigt schon ganz wesentlich und war für mich ein sehr befreiendes Gefühl. Diese permanente Erreichbarkeit hat unser Leben deutlich hektischer werden lassen. Das Handy führt einfach zu vielen unsinnigen Telefonaten.

Sie leben in Berlin. Wollen Sie da auch manchmal der Hektik entfliehen?

PRAHL: Ich habe ein Haus in Marienwerder in Brandenburg. Das ist meine Landoase. Das soziale Gefüge auf dem Land ist aber deutlich enger gestrickt als in der Stadt. Da schauen dann häufig Bekannte und Freunde aus dem Dorf vorbei und so kommt man auch nicht so richtig zur Ruhe. Da hat man manchmal noch eher in Berlin die Möglichkeit unterzutauchen und sich Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen.

Kommissar Thiel fährt Fahrrad – Sie auch?

PRAHL: In Marienwerder tue ich das auch. Sonst fahre ich mit meinem Wohnmobil, wenn ich da im Stau stehe, koche ich mir ne Tasse Kaffee.

Sie waren auch mal Straßenmusiker in Spanien. War das so entspannt wie es klingt?

PRAHL: Nun ja, von dem Geld, das wir mit der Musik eingenommen haben, mussten wir auch leben. In Almería haben wir immer auf der Plaza de la Leche gespielt. Das war manchmal etwas grenzwertig, besonders wenn es regnete. Dann sind wir in die Fußgängerzonen gegangen, die überdacht waren, da wurden wir aber ganz schnell von der Polizei wieder vertrieben.

Also ist das ganze dann doch wieder in Hektik ausgeartet, weil man nie wusste, ob genug Geld reinkommt?

PRAHL:: Da kam dannn natürlich schonmal Perspektivlosigkeit auf. Aber wir waren uns auch nicht zu schade, vor dem Supermarkt die Leute anzubetteln. Ging auch. Das war für mich eine meiner wichtigsten Reisen. Aus dieser Erfahrung habe ich eine Gelassenheit mitgenommen, dass es im Leben schon immer irgendwie weitergeht.

Das Interview führte Alice Ahlers



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