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Weltfrauentag

DGB spricht sich für Gleichstellung aus

Erstellt 08.03.10, 12:06h

Zum Internationalen Frauentag am heutigen Montag (8. März) fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Arbeitswelt. Bei aller Freude über das Erreichte gebe es keinen Grund sich zurückzulehnen, mahnte der DGB am Freitag. Die DGB-Vorsitzende für Berlin und Brandenburg, Doro Zinke, forderte gesetzliche Regelungen für die Gleichstellung der Geschlechter und die Einführung von Mindestlöhnen. Auch sollten garantierte Kindergartenplätze berufstätige Frauen weiter entlasten.

Im Durchschnitt lag der Bruttoverdienst von Männern 2008 um 23,8 Prozent über dem der Frauen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Die Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern in Deutschland sind damit stärker als im EU- Durchschnitt, der bei 18 Prozent liegt.

Berlins Sozialsenatorin Carola Bluhm (Linke) warnte vor der Ausweitung des Niedriglohnsektors, da dieser insbesondere Frauen träfe. Ihr Anteil an allen Beschäftigten mit Niedriglohn-Jobs läge bei fast 70 Prozent. Sie forderte einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn und appellierte: "Solange Frauen für ihre Arbeit schlechter bezahlt werden als Männer, kann von einem gleichberechtigten Leben in unserer Gesellschaft keine Rede sein."

Der Verband deutscher Unternehmerinnen forderte am Freitag die Einführung einer Frauenquote von 40 Prozent für Vorstände und Aufsichtsräte nach norwegischem Vorbild. Die am besten ausgebildete Frauengeneration, die es je gegeben habe, solle nun die Posten einnehmen, für die sich qualifiziert habe, teilte der Verband mit. Auch der Unternehmerinnen-Verband kritisierte die "Gender Pay Gap", die Kluft zwischen den Gehältern von Männern und Frauen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag das durchschnittliche Bruttogehalt von Frauen 2008 bei 14,51 Euro pro Stunde; Männer verdienten im Schnitt 18,90 Euro.

Anlässlich des Internationalen Frauentages wurde auch der Kampf für Frauenrechte als Menschenrechte betont. Gewalt gegen Frauen ist noch immer ein weltweites Problem, erinnerte das Behandlungszentrum für Folteropfer in Berlin. Es gelte, das gesellschaftliche Bewusstsein zu schärfen und Gewalttaten gegen Frauen global zu ächten. "Das 100. Jubiläum des Frauentages ist immer noch ein Kampftag", hieß es am Freitag dazu von der frauenpolitischen Sprecherin der Berliner SPD-Fraktion, Ulrike Neumann.

Der Internationale Frauentag wird jedes Jahr am 8. März begangen und geht auf die Frauenrechtlerin Clara Zetkin zurück. Aus der Streik-Parole "Brot und Rosen" wurde das Motto des Internationalen Frauentages. Zusammen mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Petra Merkel wird Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) am Montagnachmittag Berlinerinnen in Charlottenburg mit 19 000 Rosen ehren. (dpa)



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