Schriftgröße

Zypern

Präsidenten-Leichnam gefunden

Erstellt 09.03.10, 14:12h

In Zypern ist der Leichnam des ehemaligen Präsidenten Tassos Papadopoulos drei Monate nach seinem Verschwinden wieder aufgetaucht. Laut Polizei hat die makabre Geschichte einen kriminellen Hintergrund.

Zypern
Bild vergrößern
Die sterblichen Überreste des Präsidenten wurden auf einem Friedhof des Vororts Strovolos gefunden. (Bild: dpa)
Zypern
Bild verkleinern
Die sterblichen Überreste des Präsidenten wurden auf einem Friedhof des Vororts Strovolos gefunden. (Bild: dpa)
NIKOSIA - Knapp drei Monate nach der spektakulären Grabschändung ist der Leichnam des früheren zyprischen Präsidenten Tassos Papadopoulos wieder aufgetaucht. "Wir haben die Leiche in Nikosia gefunden und haben dies auch durch einen DNA-Test bestätigt", sagte ein Polizeisprecher am Dienstag der halbamtlichen Nachrichtenagentur CNA. Die sterblichen Überreste seien auf einem Friedhof des Vororts Strovolos gefunden worden.

Der Diebstahl der Leiche des vor rund 15 Monaten gestorbenen Ex-Präsidenten hatte Anfang Dezember 2009 viele Rätsel aufgegeben. Von den Tätern fehlte seither jede Spur. Der Fall erinnert an den Diebstahl des Sarges des deutsch-österreichischen Milliardärs Friedrich Karl Flick Ende 2008, der erst rund ein Jahr später wieder sichergestellt werden konnte. Hinter dieser Tat soll nach Angaben ungarischer Behörden eine Bande stecken, die Geld erpressen wollte.

Am Fundort Gegenstände erkannt

Das zyprische Fernsehen zeigte Bilder von Papadopoulos' Tochter Anastasia, wie sie mit Tränen in den Augen vom Friedhofsgelände kam. Sie soll am Fundort Gegenstände erkannt haben, die zusammen mit dem Leichnam ihres Vaters beigesetzt worden waren. Wie aus Polizeikreisen verlautete, soll die Festnahme der Grabschänder bevorstehen. "Die Entdeckung der sterblichen Überreste unseres geliebten Tassos hat unserer Qual ein Ende bereitet", sagte die Witwe am Nachmittag.

Der Diebstahl der Leiche in der Nacht zum 11. Dezember vergangenen Jahres hatte zahlreiche Spekulationen ausgelöst. Ultranationalisten hätten seine Leiche entwendet, hieß es. Papadopoulos galt als Hardliner. Er hatte sich 2004 vehement gegen eine Wiedervereinigung der geteilten Insel gesperrt. In anderen Berichten war von Lösegeldforderungen der Grabschänder die Rede. Eine offizielle Bestätigung gab es für beide Versionen nicht.

Die Polizei ließ jedoch durchblicken, dass diese makabre Geschichte eher einen kriminellen Hintergrund hat. Der Sprecher der Familie und ehemalige enge Mitarbeiter des Ex-Präsidenten, Cryssis Pantelidis, wies Angaben zurück, die Familie habe Lösegeld gezahlt. (dpa)



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Newsticker


Anzeige


Umfrage

Protestieren Sie gegen ACTA?
Bundesweit sind Proteste gegen das internationale Handelsabkommen ACTA geplant. Es sieht unter anderem vor, Urheberrechtsverletzungen strenger zu ahnden. Kritiker befürchten Zensur und Überwachung vor allem im Internet. Beteiligen Sie sich am Protest?

Bildergalerien


Jahresrückblick


ksta-blogs.de


Kölner Stadt-Anzeiger auf dem iPad


Neue Videos – Politik/Nachrichten




Meistgelesene Artikel


Kolumne


Hintergrund


Die andere Meinung


Mein ksta.de


Forum


Brutto / Netto Rechner

Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.) Steuerklasse

Dienste