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Aloisiuskolleg

Sechs Patres unter Verdacht

Erstellt 09.03.10, 14:42h, aktualisiert 10.03.10, 22:57h

Am Bonner Jesuitengymnasium sollen zwischen 1946 und 2005 sechs Jesuitenpatres Schüler sexuell missbraucht haben. Das teilte der kommissarische Rektor, Pater Ulrich Rabe, am Dienstag in Bonn mit.

Jesuitenschule Bonn
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Schule und Internat: Das Aloisius-Kolleg in Bonn-Bad Godesberg. (Bild: Gottschalk)
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Schule und Internat: Das Aloisius-Kolleg in Bonn-Bad Godesberg. (Bild: Gottschalk)
BONN- Rabe bezieht sich auf einen Zwischenbericht, der am Montag dem Kollegium, Elternvertretern und der Missbrauchs-Beauftragten der Jesuiten, Ursula Raue, vorgelegt worden war. Den Zwischenbericht erstellt hatte eine Arbeitsgruppe mit Repräsentanten von Eltern, Lehrern, Schul- und Internatsleitung und Mitgliedern der Jesuiten.

Laut Rabe wurden bislang Aussagen von 30 verschiedene Personen gesammelt, "die in der Schilderung der Erheblichkeit der Übergriffe sehr unterschiedlich sind". Die Spannweite der Beschuldigungen reiche von Aussagen über den allgemeinen Erziehungsstil bis hin zu Berichten über heftigen und wiederholten sexuellen Missbrauch. Die drastischsten Schilderungen bezögen sich auf die 50er und 60er Jahre.

Die Autoren des Berichts fordern laut Rabe den Provinzial der Deutschen Jesuiten auf, eine externe Stelle zur Überprüfung früherer Entscheidungsträger einzurichten. Der Anfang Februar zurückgetretene Rektor, Pater Theo Schneider, solle sich sobald wie möglich zu seiner Verantwortung in seiner Leitungs- und Aufsichtsfunktion öffentlich äußern.

Nach einem Bericht des Bonner General-Anzeigers beziehen sich die meisten Vorwürfe auf einen 82-jährigen Pater, der über vier Jahrzehnte bis 2007 teils in leitender Funktion am Aloisiuskolleg tätig war und nun in einem Pflegeheim lebt. In diesem Fall ermittelt die Bonner Staatsanwaltschaft nach einer Anzeige eines heutigen Schülers, die sich auf einen Vorfall im Jahr 2005 bezieht. Zudem wird ein Geistlicher besonders belastet, der ab 1952 am Kolleg tätig war und 1962 nach Tirol versetzt wurde.

Die Missbrauchs-Beauftragte Raue sagte, die durch ein Buch eines ehemaligen Schülers 2004 veranlassten Nachforschungen gegen den 82-jährigen Pater hätten zu Vorwürfen geführt, die für eine Entfernung des Geistlichen vom Internat nicht ausgereicht hätten. Der Bericht der Arbeitsgruppe decke sich weitgehend mit den Erkenntnissen Raues, so Rabe. Die Missbrauchsbeauftragte will in Kürze ihren eigenen Bericht zum Aloisiuskolleg vorlegen. (kna)



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