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Odenwaldschule

Acht Lehrer unter Missbrauchsverdacht

Erstellt 11.03.10, 16:12h, aktualisiert 11.03.10, 22:47h

Die Odenwaldschule im südhessischen Heppenheim beschuldigt inzwischen acht ehemalige Lehrer des sexuellen Missbrauchs von Schülern in den Jahren vor 1991. 33 ehemalige Schüler haben sich bislang bei der jetzigen Schulleitung gemeldet.

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Die Leiterin der Odenwaldschule, Margarita Kaufmann. (Bild: dpa)
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Die Leiterin der Odenwaldschule, Margarita Kaufmann. (Bild: dpa)
HEPPENHEIM - Die Direktorin der Odenwaldschule, Margarita Kaufmann, sagte am Donnerstag, sie sei "zutiefst erschüttert" darüber, was jungen Menschen angetan worden sei, sagte Kaufmann und bat die Schüler um "Vergebung".

Der Pädagoge und Theologe Gerold B., der die Odenwaldschule von 1972 bis 1985 leitete, gerät nun immer mehr unter Druck. Ein damals zehnjähriger Schüler habe ihr jetzt sein damaliges Martyrium geschildert, berichtete Kaufmann. Bis zu zweimal pro Woche sei er missbraucht worden. "Gerold B. nahm dabei den Schüler in den Arm, zog ihm die Hose aus und befriedigte sich selbst", sagte die Direktorin. Wolfgang H., der Nachfolger von Gerold B., sei klaren Hinweisen von Schülern und Eltern nicht gefolgt und habe Lehrer gedeckt. Das war "aktiver Täterschutz", sagte Kaufmann. Sie habe von einer früheren Mitarbeiterin H.s davon erfahren.

Seit Sonntag habe die Schule eine "Flut" von Mails, Briefen und Anrufen von ehemaligen Schülern erreicht. Kaufmann bekannte: "Das hat uns zunächst verstummen lassen". Das Leid sei nicht ungeschehen zu machen, die Odenwaldschule habe "große Schuld auf sich geladen". Auch ein früherer Musiklehrer sei unter den Beschuldigten. Er solle in seiner Wohnung eine zehnjährige Schülerin missbraucht haben, indem er sie streichelte und im Intimbereich berührte. Sie stehe mit der damaligen Schülerin in telefonischer Verbindung, sagte Kaufmann.

Gespräche mit Anrufern

Sie habe in den letzten Tagen bis zu zweistündige Gespräche mit Anrufern geführt. Erfahren habe sie dabei auch, dass B.s Vorgänger einen Lehrer umstandslos entlassen habe, nachdem Vorwürfe gegen den Pädagogen bekanntgeworden waren, berichtete Kaufmann. Die Taten, die ihr geschildert worden seien, reichten bis ins Jahr 1966 zurück. Zwei der insgesamt acht beschuldigten Lehrer seien inzwischen gestorben, die anderen hätten Hausverbot an der Odenwaldschule. Die Namen der Pädagogen seien an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden. 2001 habe der letzte der beschuldigten Lehrer die Schule verlassen.

Am 27. März will nach Auskunft der Odenwaldschule nun der Schulvorstand zusammentreten. Dem Gremium gehören Vertreter des Trägervereins und der Schule an. Ob der Vorstand - wie es beispielsweise Altschüler und Mitarbeiter der Schule fordern -geschlossen zurücktrete, werde sich auf dem Treffen entscheiden, sagte Kaufmann. (ddp)



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