Erstellt 11.03.10, 16:29h, aktualisiert 11.03.10, 18:31h
In einigen Gegenden fiel vorübergehend der Strom aus und das Telefonnetz brach zusammen. Am 27. Februar waren bei einem Jahrhundertbeben der Stärke 8,8 fast 500 Menschen in dem südamerikanischen Land ums Leben gekommen.
Ausländische Gäste der Amtsübernahme von Präsident Pi¦era, darunter viele Staatschefs, betraten gerade das Parlamentsgebäude in Valparaiso, als die Erde heftig zu beben begann. Im Fernsehen waren Menschen zu sehen, die aus dem Gebäude ins Freie rannten. Nachrichtensprecher im Fernsehen blickten besorgt zur Studiodecke, während das Bild wackelte. Unmittelbar nach dem Amtseid Pi¦eras wurde das Gebäude geräumt.
Pi¦eras rief in seiner ersten Erklärung als Präsident die Menschen auf, die Warnungen der Behörden vor einem Tsunami ernst zu nehmen. Über neue Opfer, Schäden oder eine solche Flutwelle im Meer wurde zunächst jedoch nichts bekannt. Der peruanische Präsident Alan Garcia zeigte sich angesichts der Erdbeben nervenstark: "Wir wollen ja nichts dramatisieren. Das war ein Erdstoß. So etwas haben wir in Lima dauernd", sagte er.
„Nachbeben liegt im Rahmen des Normalen“
Der Direktor der Abteilung Geodynamik am Deutschen Geoforschungszentrum Potsdam, Onno Oncken, sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa: "Dieses Nachbeben liegt im Rahmen des Normalen. (...) So eine Serie von Nachbeben kann ein, zwei Jahre dauern. Erst dann tritt wieder Normalität ein - falls man davon in diesem Gebiet mit dieser geologischen Situation überhaupt reden kann. Da schieben sich zwei geologische Platten übereinander - da rappelt es ständig."
Amtsvorgängerin Michelle Bachelet hinterlässt Pi¦era ein finanzielles Polster von knapp 15 Milliarden Dollar (etwa 11 Milliarden Euro). Dieses Geld steht Pi¦era zur Verfügung, um Erdbebenschäden in Milliardenhöhe zu beheben und den etwa zwei Millionen Opfern zu helfen. Pi¦era, der in der Forbesliste der reichsten Menschen der Welt mit einem Vermögen von 2,2 Milliarden Dollar auf Platz 437 liegt, löste die Mitte-Links-Koalition Concertación nach 20 Jahren ununterbrochener Regierungszeit ab. (dpa)
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