Von Thorsten Keller, 12.03.10, 11:04h
Das 0:3 in Dortmund, die schwächste Leistung im Jahr 2010, hatte sich schon vor dem Spiel angebahnt. Sinnbildlich für den späteren Knockout der Borussia hatte Torwarttrainer Uwe Kamps Logan Bailly beim Aufwärmen versehentlich einen Ball an die Birne geschossen. Der Belgier ging jäh zu Boden wie ein Inter-Mailand-Simulant nach Büchsenwurf und musste minutenlang behandelt werden. In Michael Frontzecks Analyse nach dem Spiel („verdient verloren, auch in dieser Höhe“) mischte sich ein knapper, aber unmissverständlicher Weckruf von Sportdirektor Max Eberl: Wir dürfen uns nicht einlullen lassen von dem ganzen Gerede über Sicherheit, komfortable Situation und diese Scheiße.“ Der relative Komfort eines großen Abstands auf die Abstiegsplätze hat sich zwar nicht geändert (zehn Punkte), doch hat der vorige Spieltag auch manche Gewissheit (Hannover gewinnt in dieser Saison kein Spiel mehr, Leverkusen ist neuerdings richtig nervenstark) über den Haufen geworfen.
Keine zwei Tage vor dem Spiel gegen Wolfsburg freuten sich die Gladbacher über den Luxus, den nächsten Gegner entspannt vor dem Fernseher in Echtzeit zu beobachten. Ein Hauch von Wettbewerbsverzerrung weht über dem nächsten Spieltag, denn der deutsche Meister war am Donnerstag, 19 Uhr, noch in der Europa League aktiv und musste beim russischen Meister Rubin Kasan antreten, an der Wolga, 820 Kilometer östlich von Moskau. Immerhin 23 Hardcore-Fans der Wölfe waren mitgereist in den Wilden Osten und sahen ein leistungsgerechtes 1:1.
Mit diesem Ergebnis trennte sich zuletzt auch der Karnevalsverein vom Rekordmeister. Zu dem gefühlten Sieg gegen die Bayern kam das erste Tor von Lukas Podolski nach ungefähr 25 Spielen ohne Erfolgserlebnis. Zwar assistierte sein ehemaliger Teamkollege Jörg Butt, indem er Poldis nicht wirklich unhaltbaren Freistoß ins eigene Tor boxte, doch mit solchen Details wollte sich das Kölner Publikum nicht den nachträglichen Rosenmontag vermiesen lassen. Die lustige Sessionsverlängerung geht am Samstag noch weiter, unabhängig vom Ergebnis, denn dann besucht der FC den kleinen Karnevalsverein in Mainz. Und am nächsten Freitag ist Aschermittwoch. Wetten, dass?
Am 22. März, 20 Uhr, sind Keller und Kaufmann zu Gast bei Ralf Friedrichs' „FC-Stammtisch“ im Gaffel am Dom. Es geht um die Nachbereitung des FC-Spiels gegen Borussia (19. März). Der Eintritt zum Duell ist frei.
Und immer noch keine Gladbacher im Forum!
12.03.2010 | 18.37 Uhr | Pit Schnass
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