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Hintergrund

Trans-Menschen und Geschlechtsangleichung

Erstellt 12.03.10, 21:03h

Transsexualität ist ein medizinischer Begriff, den Trans-Menschen häufig als diskriminierend ablehnen, da er eine psychatrische Störung, also eine Krankheit beschreibt. Trans-Mann, für äußerlich wie Frauen wirkende Menschen, die sich als Mann fühlen, und andersherum Trans-Frau seien eher akzeptiert, so Andrea Ottmer, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (DGTI).

Transgender ist ein Oberbegriff für alle Menschen, die ihr Geschlecht mit ihrem Geburtseintrag nicht ausreichend oder falsch beschrieben empfinden. Darunter fallen auch alle von Intersexualität betroffenen Menschen. Bei Ihnen kann im Gegensatz zu den Trans-Menschen eine genetische, hormonelle oder körperliche Abweichung vom reinen weiblichen oder männlichen Geschlecht festgestellt werden.

Eine Geschlechtsangleichung durch Hormontherapie und Operation steht Trans-Menschen nach dem Transsexuellengesetz zu und wird von der Krankenkasse übernommen. Dafür ist ein psychiatrisches Gutachten und ein zwölfmonatiger so genannter „Alltagstest“ nötig – der Betroffene muss entsprechend des von ihm angestrebten Geschlechts leben. Für eine Namensänderung sind zwei unabhängige psychiatrische Gutachten nötig. Als Verletzung ihrer Menschenrechte empfänden viele Trans-Menschen, dass sie sich für eine Personenstandsänderung einer Operation unterziehen, also ihre Zeugungsfähigkeit aufgeben müssen. „Mit diesem Kastrationszwang will der Staat verhindern, dass es zeugende Mütter und gebärende Väter gibt“, sagt Andrea Ottmer von der DGTI, „dadurch wird ein massiver Druck auf die Trans-Menschen ausgeübt, die auch ohne Operation zurecht kämen.“

Die Operation erfolgt nach mindestens acht bis zehnmonatiger Einnahme des dem angestrebten Geschlecht entsprechenden Sexualhormons und ist für Trans-Männer deutlich aufwändiger als für Trans-Frauen. „Es ist immer einfacher, etwas abzuschneiden, als etwas aufzubauen“, erklärt Michael Krueger, der ärztliche Leiter der Abteilung für transsexuelle Chirurgie an der Klinik Sanssouci in Potsdam, die mit knapp 600 Frau-zu-Mann-Operationen in diesem Bereich weltweit führend ist. „Das ist eine aufwändige Operation, aufwändiger als eine Herz-OP“, so der Mediziner.

Frau zu Mann: Es werden Brust, Gebärmutter, Eierstöcke und die Scheide entfernt. Eine Möglichkeit zur Konstruktion eines Penoids (Penisersatz) ist, einen Hautlappen des Unterarms, der Nerven und Blutgefäße zum Anschluss an die Oberschenkel enthält, zu benutzen. Zur Verlängerung der weiblichen Harnröhre werden die kleinen Schamlippen benutzt. Die Klitoris wird an der Basis des Penoids erhalten, so bleibt eine Orgasmusfähigkeit bestehen. Die großen Schamlippen nehmen die künstlichen Hoden auf. Bei einem zweiten Eingriff kann eine Erektionsprothese eingebaut werden. Über eine Pumpe im Hodensack kann so mit zwei Silikonstäben im Penoid eine Erektion herbeigeführt werden.



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