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Missbrauch

Papst zeigt sich „tief erschüttert“

Erstellt 12.03.10, 14:33h, aktualisiert 12.03.10, 19:23h

Aufklärung im Missbrauch-Skandal: Robert Zollitsch hat den Pontifex über die Geschehnisse innerhalb der katholischen Kirche informiert. Der Papst habe mit „großer Betroffenheit und tiefer Erschütterung“ reagiert.

Robert Zollitsch
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Papst Benedikt XIV. und Bischof Robert Zollitsch. (Bild: afp)
Robert Zollitsch
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Papst Benedikt XIV. und Bischof Robert Zollitsch. (Bild: afp)
VATIKANSTADT - Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat am Freitag Papst Benedikt XVI. über die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche in Deutschland informiert. Der Papst habe den Bericht "mit wachem Interesse, großer Betroffenheit und tiefer Erschütterung" zur Kenntnis genommen, sagte Zollitsch anschließend vor Journalisten. Benedikt XVI. habe die Bischöfe zu einer unbeirrten und mutigen Fortsetzung ihrer Aufklärungsarbeit ermutigt.

Erneut bat Zollitsch die Opfer um Entschuldigung. "Wir wollen die Wahrheit aufdecken", beteuerte er. Die Kirche wolle "ohne falsche Rücksichtnahme" Licht in die Vorgänge bringen, auch wenn die Fälle Jahrzehnte zurücklägen. "Die Opfer haben ein Recht darauf", betonte der Konferenzvorsitzende. Zugleich forderte er eine "Kultur aufmerksamen Hinschauens" in der Kirche.

Ausdrücklich bekräftigte Zollitsch den Willen der Bischöfe zur Zusammenarbeit mit staatlichen Ermittlern. Allen Geistlichen, Kirchenmitarbeitern und Ehrenamtlichen, die sich sexueller Übergriffe schuldig gemacht hätten, werde zur Selbstanzeige geraten. Bei Missbrauchsfällen informiere die Kirchenleitung von sich aus die Strafverfolgungsbehörden, außer wenn dies von den Opfern erklärtermaßen aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht gewünscht werde. Ein eigenes kirchliches Untersuchungsverfahren habe weder Einfluss auf die staatliche Untersuchung noch auf die Unterstützung der staatlichen Strafverfolgung.

Das Problem des Missbrauchs reiche über die Kirche hinaus, betonte Zollitsch. Er sprach sich daher für einen Runden Tisch mit Vertretern aller betroffenen Institutionen aus. Es gelte, Aufklärung und Prävention gemeinsam mit möglichst vielen gesellschaftlichen Akteuren zu suchen. (kna)



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