Schriftgröße

Zweites Training

Schwerstarbeit für den Altmeister

Von Olaf Bachmann, 12.03.10, 15:34h, aktualisiert 12.03.10, 21:10h

Rückkehrer Michael Schumacher ist beim zweiten freien Training in Bahrain auf dem dritten Platz gelandet. Die Tagesbestzeit fuhr Teamkollege und Landsmann Nico Rosberg. Auch Sebastian Vettel und Nico Hülkenberg sind gut in Form.

Michael Schumacher
Bild vergrößern
Michael Schumacher hat beim zweiten freien Training den dritten Platz erreicht. (Bild: afp)
Michael Schumacher
Bild verkleinern
Michael Schumacher hat beim zweiten freien Training den dritten Platz erreicht. (Bild: afp)
MANAMA - Ganz tief haben sich die Fernsehkameras und Fotoobjektive am Freitagnachmittag in dieses Gesicht gezoomt. Ja, er hat wirklich Falten um die Augen, und tatsächlich, Michael Schumacher schwitzt.

Es hat Zeiten gegeben, da hatte man Probleme sich vorzustellen, der siebenfache Formel-1-Champion sei ein Mensch aus Fleisch und Blut. Mühelos wirkten seine Auftritte nach der Kür im Cockpit. Dieser Schumacher (41) hier scheint nicht mehr ganz taufrisch, er vermittelt den Eindruck, als habe er hart arbeiten müssen am Tag eins seines riskanten Comebacks.

Nach 39 Runden im ersten und zweiten Freien Training des Großen Preises von Bahrain (Sonntag, 13 Uhr MEZ) sollte sich Michael Schumacher mit dem Gedanken vertraut machen, dass erstmals in seiner langen Karriere sein teaminterner Führungsanspruch gefährdet erscheint. Mochte die Expertenwelt mangels verlässlicher Daten zu Tankinhalt und Trainingsprogramm der Top-Teams noch über die Aussagekraft der Zeittabellen rätseln, so war doch eines offensichtlich: Nico Rosberg war am Freitag in beiden Sitzungen schneller unterwegs als sein prominenter Kollege und sorgte am Nachmittag in 1:55,409 Minuten sogar für die Tagesbestzeit.

Die Differenz zwischen den Mercedes-Piloten sprach in der Tendenz gegen den Altmeister: 0,463 Sekunden am Vormittag, 0,494 Sekunden am Nachmittag gingen Schumacher irgendwo auf dem 6,299 Kilometer langen Wüstenkurs verloren im Vergleich mit dem Wiesbadener. Zweimal bewegte er sich jenseits des Limits, rutschte mit dem zum Untersteuern neigenden Silberpfeil neben die Strecke. „Über die eine schnelle Runde fehlt mir noch die Routine, aber ich werde am Wochenende daran arbeiten“, kommentierte Schumacher den signifikanten Rückstand zu Rosberg, der von einem „positiven Start ins Wochenende“ sprach.

Mehr Understatement geht wohl kaum aus Mercedes-Sicht. Die vier mehr oder weniger echten „Silberpfeile“ aus Brackley (Mercedes GP) und Woking (McLaren-Mercedes) belegten im zweiten Training in der Reihenfolge Rosberg, Lewis Halmilton, Schumacher und Jenson Button die Plätze eins bis vier. Dahinter komplettierten der Heppenheimer Sebastian Vettel (Red Bull) und der Emmericher Nico Hülkenberg (Williams) auf den Rängen fünf und sechs die deutsche Piloten-Phalanx; dennoch herrschte zumindest beim Vize-Weltmeister alles andere als Euphorie. „Ich möchte mir nicht vorstellen, was dieser Bremsdefekt in Monaco bedeutet hätte. Kein schönes Gefühl“, beschrieb Vettel seinen Ausritt in der vierten Runde. „Zum Glück sind hier die Auslaufzonen riesig.“

Am Vormittag hatte der Gräfelfinger Adrian Sutil mit seinem Force-India-Mercedes die Bestzeit (1:56,583) gesetzt. „Die muss man im ersten Training der Saison erst einmal fahren, auch mit einem etwas leichterem Auto“, staunte Mercedes-Ersatzfahrer Nick Heidfeld. Zu diesem Zeitpunkt kämpften Rosberg und Schumacher noch mit der Balance des MGP W01. „Uns ist es gelungen, das Auto im Laufe des Tages stark zu verbessern“, meinte Rosberg. Verbindliche Analysen vor dem mit Spannung erwarteten samstäglichen Qualifying (12 Uhr MEZ) mochten weder Rosberg noch Schumacher abgeben. Auch für Vettel waren die Ergebnisse „schwer zu lesen". Es sei aber kein Geheimnis, dass Ferrari nachmittags mit viel Benzin unterwegs war. Vettel: „Ich denke, dass Ferrari und McLaren sehr stark sind“. Um so dramatischer wirkte im Vergleich der Auftritt der Neueinsteiger Lotus, Virgin und HRT F1. Sechs Sekunden Rückstand heißt in der Fachsprache: rollendes Hindernis. Virgin-Pilot Timo Glock versprach treuherzig, er werde „wohl mehr in den Rückspiegel als nach vorne schauen“.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Newsticker


WM-Wertung


Anzeige


Bildergalerien


Liveticker

Formel 1 Liveticker


Grafik


Extra


KSTA-Service


Formel 1


Motorsport


Statistik


Dienste