Erstellt 12.03.10, 17:44h
Die gebürtige Danzigerin begann ihre politische Karriere in den 50er Jahren in Nordrhein-Westfalen, wo sie unter anderem Schuldirektorin in Köln war. CDU-Mitglied wurde Laurien 1966. Nach ihrer Station in Rheinland-Pfalz übernahm Laurien 1981 im CDU-Minderheitssenat unter Richard von Weizsäcker das Ressort Schule, Jugend und Sport. 1983 konkurrierte sie mit Eberhard Diepgen um das Amt des Regierenden Bürgermeisters, der sich jedoch durchsetzte.
Nach seiner Wahl 1984 bestätigte Diepgen sie als Schulsenatorin. Nach einer Kabinettsumbildung wurde Laurien außerdem Bürgermeisterin und blieb bis zur Wahlniederlage der CDU/FDP-Koalition 1989 Stellvertreterin Diepgens.
Zum Abschluss ihrer aktiven politischen Laufbahn wurde ihr 1991 als erster Frau das Präsidentenamt des Berliner Abgeordnetenhauses übertragen. Daneben engagierte sie sich in katholischen Gremien wie dem Diözesanrat im Bistum Berlin. Zuletzt unterstützte Laurien die Initiative "Pro Reli".
„Die Berlinerinnen und Berliner haben sie gemocht“
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) würdigte Laurien als hochgebildete, streitbare, ausgesprochen faire und menschliche Persönlichkeit. "Sie strahlte eine von umfassendem Wissen und christlichem Glauben getragene Autorität im besten Sinne des Wortes aus, die ihr Achtung und Ansehen weit über die Politik hinaus verschafften", erklärte Wowereit. "Die Berlinerinnen und Berliner haben sie gemocht. Unsere Stadt schuldet unserer Stadtältesten Dank." Als Stadtälteste werden Menschen gewürdigt, die sich um Berlin verdient gemacht haben.
Die Berliner CDU lobte Lauriens "eindrucksvolle Art, die Menschen mit einer Politik, die auf den Grundlagen des christlichen Menschenbildes basierte, zu überzeugen". Ihre Stimme habe überall Gehör gefunden. "Ihr Tod hinterlässt eine große Lücke", sagte CDU-Parteichef Frank Henkel. Die Kirche nannte die Politikerin eine "streitbare und mutige Frau". Erzbischof Georg Kardinal Sterzinsky sagte, sie habe ihren Standpunkt als Katholikin nie verleugnet. "Wir werden ihre Stimme vermissen." (dpa)
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