Erstellt 13.03.10, 08:24h, aktualisiert 13.03.10, 16:26h
Vier bewaffnete und maskierte Männer hatten am 6. März Deutschlands größtes Pokerturnier im Berliner Hotel Grand Hyatt am Potsdamer Platz überfallen und 242 000 Euro erbeutet. Dabei hatten sie unter den rund 400 anwesenden Teilnehmern eine Massenpanik ausgelöst, bei der mehrere Menschen leicht verletzt wurden.
Der festgenommene Mann, der Medienberichten zufolge arabischer Herkunft sein soll, bestreitet die Beteiligung an der Tat, wie die "Berliner Morgenpost" (Sonntagausgabe) unter Berufung auf Polizeikreise berichtet. Die Polizei machte zur Identität des Mannes keine Angaben. Nach Informationen der Zeitung soll der mutmaßliche Räuber bereits 2004 an einem Überfall auf das Casino des Hotels Park Inn am Alexanderplatz beteiligt gewesen sein.
Er war den Angaben zufolge für die Tat rechtskräftig zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden und erst seit kurzem wieder auf freiem Fuß, wie es weiter in dem Bericht heißt. Er sei jetzt anhand von Bildern aus der Überwachungskamera des Park Inn identifiziert worden, die mit den Fotos vom jetzigen Tatort verglichen wurden.
Bei dem Pokerraub am Potsdamer Platz waren die Täter mit Schusswaffen und Macheten zur Registratur gestürmt, wo die Spieler ihr Startgeld entrichteten und Geld in Pokerchips umtauschten. Bei der Flucht war es einem Wachmann kurzzeitig gelungen, einen der Täter zu überwältigen, und ihm einen Großteil der Beute abzunehmen. Ein Komplize befreite den Mann aber. Wie die "Berliner Morgenpost" in ihrer Samstagausgabe berichtete, hatte die Polizei bereits Anfang der Woche Hinweise auf das Fluchtfahrzeug der Männer, das einer arabischen Großfamilie gehören soll.
Unterdessen berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" vorab, dass das Pokerturnier in anderen Bundesländern unerwünscht gewesen sei. So habe die nordrhein-westfälische Aufsichtsbehörde eine Wiederholung des 2009 in Dortmund ausgetragenen Wettbewerbs verhindert. Auch in Niedersachsen habe das Innenministerium ein solches Turnier abgelehnt, weil es nicht mit dem Glücksspielstaatsvertrag vereinbar sei.
Hintergrund ist dem Magazin zufolge, dass die European Poker Tour vom Internetanbieter "Pokerstars" gesponsert worden sei, der in Deutschland illegale Glücksspiele betreiben soll. Ein Teil der Kandidaten habe sich für das Turnier über illegale Spiele im Netz qualifiziert. (ddp)
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