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Maserati-Affäre

Neuer Ärger für Treberhilfe

Erstellt 13.03.10, 11:18h, aktualisiert 15.03.10, 16:31h

Die Stadt Berlin hat Strafantrag gegen den zurückgetretenen Chef der Treberhilfe, Harald Ehlert, gestellt. Der Gesellschaft droht der Ausschluss aus dem Diakonischen Werk. Ehlert war in die Kritik geraten, weil er einen Maserati als Dienstwagen fuhr.

Dienst-Maserati
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Der Maserati, durch den die Treberhilfe Berlin Schlagzeilen gemacht hatte. (Bild: dpa)
Dienst-Maserati
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Der Maserati, durch den die Treberhilfe Berlin Schlagzeilen gemacht hatte. (Bild: dpa)
BERLIN - Die umstrittene Berliner Treberhilfe gGmbH wird jetzt ein Fall für die Staatsanwaltschaft. In dem Skandal, der mit einem Maserati als Dienstwagen begann, hat die Senatsverwaltung für Soziales Strafanzeige gegen den früheren Geschäftsführer der gemeinnützigen GmbH, Harald Ehlert, gestellt. Ihm werde die Veruntreuung öffentlicher Mittel vorgeworfen, teilte eine Sprecherin von Sozialsenatorin Carola Bluhm (Linke) am Freitag mit.

Ehlert legte danach am Freitagabend sein Amt als Geschäftsführer mit sofortiger Wirkung nieder. Zur Begründung heißt es in einer Mitteilung der Treberhilfe, er wolle damit verhindern, "dass die öffentliche Diskussion über seine Person die unbestrittene gute Arbeit der Treberhilfe als solches überstrahlt". Bisher hatte Ehlert sein Amt lediglich ruhen lassen. Der Verein Treberhilfe forderte nach diesem Rückzug Ehlerts ein Prüfungsverfahren durch einen vereidigten Wirtschaftsprüfer. Danach könne neu "über das Schicksal des Herrn Ehlert entschieden werden".

Gesellschaft droht Ausschluss aus Diakonie

Ehlert war in die Kritik geraten, weil er als Geschäftsführer der gemeinnützigen GmbH, die sich um Obdachlose kümmert, einen Maserati als Dienstwagen genutzt hatte. Dies war öffentlich geworden, weil der Luxusschlitten in Mecklenburg-Vorpommern geblitzt worden war.

Das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg leitete am Freitag ein Ausschlussverfahren gegen die gGmbH ein. "Wir stellen infrage, ob die Treberhilfe überhaupt noch ein gemeinnütziges Unternehmen ist und im Sinne der Satzung der Diakonie arbeitet", sagte eine Sprecherin der dpa. Am Donnerstag hatte bereits der Paritätische Wohlfahrtverband den Verein Treberhilfe wegen "verbandsschädigenden Verhaltens" mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen.

Zur Treberhilfe gehören der Verein sowie die gemeinnützige GmbH. Die Gesellschaft arbeitete bislang unter dem Dach der Diakonie, der Verein war im Paritätischen Wohlfahrtsverband.

In einem offenen Brief an Ehlert distanzierten sich rund 120 der 280 Mitarbeiter der Treberhilfe von dessen Geschäftsgebaren und forderten ihn auf, sein Amt sofort niederzulegen. Unter dem Druck der Negativschlagzeilen wurde der Maserati inzwischen für 30.000 Euro an einen Potsdamer Autohändler verkauft.

35.000 Euro pro Monat Gehalt für Ehlert?

Die frühere Berliner Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (Linke) legte aus Protest gegen die Ablösung von Diakonie-Vorstand Thomas Dane als Aufsichtsratsvorsitzender der gGmbH am Freitag ihr Mandat im Aufsichtsrat nieder. Der Aufsichtsrat war gebildet worden, nachdem die Kritik an der Mittelverwendung in der GmbH hochgekocht war und nun Transparenz hergestellt werden sollte. Am Donnerstag hatte das Gremium Dane mit den Stimmen der Treberhilfe-Gesellschafter entmachtet. Der Verein ist Gesellschafter der gGmbH.

Dane war erst vor gut zwei Wochen an die Spitze des neu gebildeten Aufsichtsrates gerückt. Aus seiner Sicht solle verhindert werden, dass die Prüfung der gGmbH fortgesetzt werden kann.

Nach Ansicht von Sozialsenatorin Bluhm ist das Gehalt des langjährigen Chefs Ehlert weit überdurchschnittlich und begründe den Verdacht, dass öffentliche Gelder zweckentfremdet worden seien. In Medienberichten waren rund 35.000 Euro pro Monat genannt worden. Für Montag hat Bluhm ein Treffen mit den Bezirken angekündigt. Es solle über eine Überführung der Treberhilfe in eine andere Rechtsform beraten werden. Ziel sei es, die Arbeitsplätze der Treberhilfe zu erhalten. (dpa/lbn)



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