Erstellt 13.03.10, 15:24h
Die Gewerbeaufsicht schreibt in einem Bericht an die Justiz unter anderem von Mobbing-Methoden. Auf Warnungen von Gewerkschaften, Betriebsärzten und Krankenkassen sei völlig unzureichend reagiert worden, berichtete die Tageszeitung "Le Parisien" (Samstag), der der Bericht zugespielt wurde.
Die Verantwortlichen auf regionaler Ebene hätten lediglich die Entscheidungen und Methoden umgesetzt, die auf höchster Ebene getroffen worden seien, heißt es demnach in dem 82-seitigen Bericht an die Pariser Staatsanwaltschaft. Die Konzernspitze sei "so manches Mal" auf die Folgen ihrer Unternehmenspolitik für die Gesundheit der Mitarbeiter hingewiesen worden.
Auffallend viele Selbsttötungen seit 2008
Die Selbstmordserie unter den Mitarbeitern von France Télécom hatte zuletzt sogar die Regierung in Paris auf den Plan gerufen. Sie forderte das Unternehmen nachdrücklich auf, behutsamer mit seinen Mitarbeitern umzugehen.
Seit 2008 nahmen sich nach Gewerkschaftsangaben mehr als 30, laut anderer Darstellungen sogar über 40 Mitarbeiter das Leben. Arbeitnehmervertreter werteten das bereits in der Vergangenheit als Ergebnis unmenschlicher Arbeitsbedingungen und des Programms "time to move" zum schnellen Stellenwechsel. In den vergangenen Jahren hatte der Konzern 22.000 Stellen gestrichen.
Der durch die soziale Krise im Unternehmen stark geschwächte Lombard gab zum 1. März die Führung der Konzerngeschäfte an Stéphane Richard ab. Er ist jedoch weiter Verwaltungsratschef. (dpa, afp)
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