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Kandahar

35 Tote nach Anschlägen

Erstellt 14.03.10, 15:21h

Bei Anschlägen auf ein Gefängnis und öffentliche Plätze sind in der afghanischen Millionenstadt Kandahar mindestens 35 Menschen getötet worden. Weitere 57 Menschen wurden durch das Selbstmordkommando verletzt.

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Mindesten 35 Menschen sind bei Anschlägen in der afghanischen Millionenstadt Kandahar getötet worden. (Bild: rtr)
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Mindesten 35 Menschen sind bei Anschlägen in der afghanischen Millionenstadt Kandahar getötet worden. (Bild: rtr)
KABUL - Die radikal-islamischen Taliban haben in der afghanischen Millionenstadt Kandahar bei Anschlägen auf ein Gefängnis und öffentliche Plätze mindestens 35 Menschen getötet. Weitere 57 Menschen wurden durch das Selbstmordkommando verletzt, wie das Innenministerium am Sonntag in Kabul mitteilte. Mehrere Frauen und Kinder starben, als eine Bombe vor einer Veranstaltungshalle für Hochzeiten explodierte. Ein Taliban-Sprecher nannte die Angriffe eine Warnung an die internationalen Truppen, die eine Frühlingsoffensive gegen die Aufständischen in der südafghanischen Provinz Kandahar planten.

Bei den Selbstmordanschlägen am Samstagabend hätten auch 13 Polizisten ihr Leben verloren, teilte das Innenministerium weiter mit. Durch Explosionen und Schusswechsel seien zudem 25 Geschäfte und mehr als 40 Wohnhäuser zerstört oder beschädigt worden. Insgesamt seien mindestens fünf Angreifer an der Aktion beteiligt gewesen. Präsident Hamid Karsai verurteilte den Terrorangriff scharf.

Hauptziel der Terroraktion war nach Angaben der Provinzregierung ein Gefängnis, in dem zahlreiche Aufständische gefangen gehalten werden. Einer der Attentäter habe sich vor dem Tor in einem mit 700 Kilogramm Sprengstoff beladenen Fahrzeug in die Luft gesprengt, sagte Kandahars Gouverneur Tooryalai Wesa. Den Angreifern sei es aber nicht gelungen, in die Gebäude einzudringen. Aufständische hatten das Gefängnis bereits im Juni 2008 angegriffen und fast 1000 Gefangene befreit, darunter mehrere Hundert militante Islamisten. Nach der Explosion vor dem Gefängnis hätten bewaffnete Extremisten das Haus des Polizeichefs der Stadt sowie zwei Märkte angegriffen, so Wesa.

Warnung an die internationalen Truppen

Taliban-Sprecher Kari Jussif Ahmadi erklärte, die Angriffe seien eine Warnung an die internationalen Truppen in Afghanistan. "Unsere Kämpfer haben NATO- und US-Truppen gezeigt, dass ihnen der Start einer neuen Offensive teuer zu stehen kommen würde." Gegenwärtig läuft in der Nachbarprovinz Helmand die Operation "Mushtarak", an der etwa 15 000 afghanische und ausländische Soldaten beteiligt sind. Nach Informationen aus der Internationalen Schutztruppe ISAF könnte sie der Auftakt für eine noch größere Offensive gegen die Taliban in deren Hochburg Kandahar sein.

In Helmands Provinzhauptstadt Laschkarga töteten Soldaten unterdessen einen ranghohen Taliban-Kommandeur. Wie die NATO-geführte Schutztruppe am Sonntag mitteilte, war der Mann an der Vorbereitung zahlreicher Anschläge gegen Sicherheitskräfte beteiligt. Ebenfalls in Helmand starben am Sonntag ein Ehepaar und deren Kind bei der Explosion eines Sprengsatzes. Das teilte das Verteidigungsministerium mit. Den Angaben zufolge kamen in der östlichen Provinz Kunar zudem sechs Extremisten bei einer Militäroperation ums Leben. (dpa)



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