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Grausiger Suizid

Vater und Sohn tot im Baggersee

Von Tim Stinauer, 15.03.10, 12:13h, aktualisiert 16.03.10, 13:51h

Polizeitaucher haben zwei Tote aus einem Baggersee in Köln-Rath geborgen. Es handelt sich um einen Vater und seinen neunjährigen Sohn. Alles deutet darauf hin, dass der 33 Jahre alte Vater sein Kind und sich selbst umgebracht hat.

Leichen Baggersee Köln
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In Neubrück sind zwei Leichen aus dem Baggersee gezogen worden. (Bild: Krasniqi)
Leichen Baggersee Köln
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In Neubrück sind zwei Leichen aus dem Baggersee gezogen worden. (Bild: Krasniqi)
Rath - Seit Sonntagabend galten Altin S. und sein Sohn Hamdi (Namen geändert) als vermisst, am Montagmorgen bargen Taucher der Feuerwehr ihre Leichen aus einem Baggersee am Neubrücker Ring in Rath-Heumar. Die beiden Körper waren eng umschlungen, offenbar zusammengebunden. Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ fanden Polizisten in der Wohnung des 33-jährigen Vaters einen Abschiedsbrief. Alles deutet daraufhin, dass Altin S. seinen neunjährigen Sohn und sich selbst getötet hat. Einzelheiten zu den genauen Umständen teilen Polizei und Staatsanwaltschaft nicht mit.

Um kurz nach neun Uhr machen Spaziergänger am Ufer des Sees in der Nähe des Hüttenwegs eine verdächtige Entdeckung: Neben einem Baum liegen eine Decke, ein Kinderfahrrad, ein Handy und eine Spielzeugpistole. „Es sah aus wie nach einem Picknick“, berichtet eine Polizeisprecherin. Weil aber weit und breit niemand zu sehen ist, entschließen sich die Zeugen, die Polizei zu rufen. Taucher werden angefordert. Nach kurzer Suche finden sie die Leichen in dem eiskalten See.

Ermittler einer Mordkommission und zwei Rechtsmedizinerinnen werfen einen genauen Blick auf die leblosen Körper und erkennen keine äußeren Verletzungen. Um die Todesursachen zu klären, sollen die beiden Körper am heutigen Dienstag obduziert werden.

Keine Anzeichen für Gefährlichkeit

Wie zu erfahren war, lebte Altin S. in Kalk, sein Sohn Hamdi zuletzt in einem Kinderheim im Kölner Westen. Am Sonntag sollen Vater und Sohn zu einem Ausflug aufgebrochen sein - offenbar mit dem Einverständnis der Mutter, die von Altin S. in Scheidung lebte. Vor vier Jahren hatte sich das Paar getrennt.

Als ihr Ex-Mann und ihr Sohn am Abend noch nicht zurückgekehrt sind, macht sich die Mutter Sorgen. Sie weiß nicht, dass die beiden zu dem Baggersee gefahren sind, der nur wenige hundert Meter von ihrer Wohnung entfernt liegt.

Auf dem Handy erreicht sie Altin S. nicht. Auch die Mitarbeiter des Kinderheims wissen nicht, wo die beiden sind. Schließlich meldet die Mutter ihren Sohn und den Ex-Mann bei der Polizei als vermisst.

Zu diesem Zeitpunkt habe kein Anlass bestanden, davon auszugehen, dass von Altin S. eine Gefährdung ausgehe, berichtete ein Fahnder. Als die Beamten am nächsten Morgen den verdächtigen Picknickplatz in Rath absuchen und das Handy finden, ermitteln sie anhand der gespeicherten Nummern schnell, dass das Telefon offenbar dem vermissten Neunjährigen oder seinem Vater gehört. Kurz darauf werden die Leichen aus dem See gezogen.



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