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Zweite Festnahme

Die Gauner haben sich verpokert

Erstellt 17.03.10, 00:06h, aktualisiert 28.05.10, 15:49h

Die internationale Suche nach zwei flüchtigen Tätern des spektakulären Überfalls auf das Poker-Turnier in Berlin wird intensiv fortgesetzt. Medienberichten zufolge könnten sich die jungen Männer in die Türkei abgesetzt haben.

Luxushotel Grand Hyatt
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Mehrere bewaffnete Männer hatten ein Pokerturnier im Berliner Luxushotel Grand Hyatt am Potsdamer Platz überfallen. (Bild: dpa)
Luxushotel Grand Hyatt
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Mehrere bewaffnete Männer hatten ein Pokerturnier im Berliner Luxushotel Grand Hyatt am Potsdamer Platz überfallen. (Bild: dpa)
BERLIN - Nach der Festnahme eines zweiten mutmaßlichen Täters wegen des Überfalls auf ein Pokerturnier in einem Berliner Luxushotel wird weiter nach zwei noch flüchtigen Verdächtigen gefahndet. Medienberichte, wonach sich einer der beiden mit Haftbefehl Gesuchten in die Türkei abgesetzt haben soll, bestätigte eine Polizeisprecherin am Donnerstag nicht. Die beiden Männer sind der Polizei bereits wegen Straftaten aufgefallen.

Der zweite mutmaßliche Täter werde unterdessen vernommen, sagte die Sprecherin. Weitere Details dazu nannte sie nicht. Eine Zivilstreife hatte den Mann am Mittwochnachmittag bei einer Routinekontrolle an einem U-Bahnhof festgenommen. Ein 21-Jähriger hatte sich zuvor der Polizei gestellt und seine Komplizen genannt. Gesucht werden jetzt noch zwei 19 und ein 21 Jahre alte Männer.

Es handelt sich um junge Männer mit türkischer oder arabischer Herkunft, die der Polizei schon vorher bekannt waren. Diebstähle oder Raubüberfälle brachten sie vor Gericht oder ins Gefängnis. Der Überfall auf das Pokerturnier am 6. März in Berlin war mindestens zwei Nummern zu groß für die junge Vierer-Bande. Aus den Schilderungen der Fahnder wird noch klarer als bisher, wie stümperhaft die Bande vorging.

Die Bande aus Kreuzberg und Neukölln erbeutete am 6. März bei dem Raubüberfall im Luxushotel Grand Hyatt am Potsdamer Platz im Zentrum Berlins 242.000 Euro. Eine bereits mit weiteren rund 600.000 Euro gefüllte Tasche konnte von einem Sicherheitsmann und einem Hotelmitarbeiter sichergestellt werden. Die Täter wurden von Videokameras gefilmt und hinterließen zahlreiche Spuren.

"Fahndungsdruck war zu groß"

Für den Mann, der sich selbst stellte und die Tat gestand, sei wohl der "Fahndungsdruck" zu groß gewesen, sagt Oberstaatsanwalt Sjors Kamstra am Mittwoch. er junge Mann aus Kreuzberg wurde nach "intensiver Befragung" weich und nannte drei Namen und Details der Tat und bot sogar die Rückgabe seines Anteils der Beute von 242.000 Euro an.

Als sie von dem vielen Bargeld in der Kasse des Turniers im Hyatt- Hotel erfuhren, kundschaftete der als erster verhaftete 21-Jährige die Sicherheitsvorkehrungen aus. Staatsanwalt Frank M. Heller berichtete am Mittwoch: "Als er gesehen hat, dass das Wachpersonal keine Schusswaffen hat, haben sie den Entschluss zum Überfall gefasst."

Der 21-Jährige, der als erster der Bande aufgab, will möglicherweise als Kronzeuge aussagen, um eine leichtere Strafe zu erhalten. Ob das in Frage komme, müsse das Gericht entscheiden, sagte Oberstaatsanwalt Kamstra. "Aber es spricht eine Menge dafür." (dpa, ddp)



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