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Handel

Metro speckt weiter ab

Von Evelyn Binder, 17.03.10, 08:28h, aktualisiert 17.03.10, 18:42h

Deutschlands größter Handelskonzern Metro treibt laut Unternehmenskreisen die Trennung von seiner Kölner Warenhaustochter Kaufhof voran. Der Handelsriese hat sich nach sinkenden Gewinnen eine neue Konzernstruktur verordnet.

Metro-Chef Eckhard Cordes.
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Metro-Chef Eckhard Cordes. (Bild: dpa)
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Metro-Chef Eckhard Cordes. (Bild: dpa)
KÖLN – Nach Umsatz- und Ergebnisrückgängen will Metro-Chef Eckhard Cordes den Umbau der Gruppe deutlich beschleunigen: Das Sparprogramm „Shape“ soll forciert werden, damit die Erträge bereits in diesem Jahr wieder spürbar steigen. Das zuletzt stark schwächelnde Kerngeschäft „Cash & Carry“ mit Abholmärkten für Gewerbekunden soll deutlich gestärkt werden.

Spekulationen, wonach Cordes den bereits vor zwei Jahren angekündigten Verkauf der Warenhaussparte Kaufhof nun forcieren will, nährte der Konzernlenker bei der Bilanzvorlage zwar nicht. Er ließ aber keinen Zweifel daran, dass er die Kette abgeben wird, wenn der Preis stimmt. Sie zähle eben nicht mehr zum Kerngeschäft - „auch wenn wir uns derzeit in hohem Maße an den Erfolgen von Kaufhof erfreuen“, so Cordes.

Es bleibe auch bei dem zuletzt angekündigten Abbau von 15 000 bis 17 000 der weltweit 300 000 Arbeitsplätze. Ein weiterer Jobabbau sei nicht geplant.

Der Umsatz des Düsseldorfer Konzerns, zu dem neben den Abholmärkten und Kaufhof auch Media-Markt / Saturn und Real gehören, sank 2009 um 3,6 Prozent auf 65,5 Milliarden Euro.

Unveränderte Dividende

Cordes machte dafür vor allem „negative Wechselkurseffekte in Osteuropa“ verantwortlich. Der Konzerngewinn ging sogar um fast sieben Prozent auf 519 Millionen zurück. Dennoch soll eine unveränderte Dividende von 1,18 Euro pro Aktie ausgezahlt werden. Bereinigt um Aufwendungen für den Umbau sei der Gewinn um gut 14 Prozent auf 824 Millionen Euro gestiegen.

Die Cash & Carry-Sparte, Hauptumsatzbringer im Konzern, soll umstrukturiert und zum Teil mit der Konzernmutter zusammengelegt werden. Die Sparte müsse ihre Kosten senken und die Produktivität erhöhen. Um wieder mehr Kunden aus Restaurants und Hotels zu locken, wurden die Preise gesenkt. Die Rückbesinnung aufs Kerngeschäft manifestiert sich auch in der Umfärbung des Konzern-Logos von rot / grau auf blau / gelb - die Farben der Cash & Carry-Sparte.

Experten erwarten, dass sich Cordes über kurz oder lang von der Verbrauchermarktsparte Real trennen wird. Bis Ende des Jahres will Cordes über Reals Schicksal entscheiden. (mit dpa)



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