Schriftgröße

Kürzere Wehrpflicht

Guttenbergs Pläne gefährden Zivi

Von Markus Decker, 17.03.10, 12:17h, aktualisiert 17.03.10, 23:10h

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg will die geplante Verkürzung der Wehrpflicht bereits im Herbst umsetzen. Doch die Wohlfahrtsverbände laufen Sturm gegen die Pläne, da sie befürchten, dass die vorgezogene Kürzung den Zivildienst gefährdet.

Wehrdienst
Bild vergrößern
Ein Ausbilder überprüft zu Beginn der Grundausbildung in der Generalfeldmarschall Rommel-Kaserne in Alsdorf den richtigen Sitz der Uniformen. (Bild: dpa)
Wehrdienst
Bild verkleinern
Ein Ausbilder überprüft zu Beginn der Grundausbildung in der Generalfeldmarschall Rommel-Kaserne in Alsdorf den richtigen Sitz der Uniformen. (Bild: dpa)
BERLIN - Die Pläne zur Verkürzung der Wehrpflicht sind bei Wohlfahrtsverbänden auf deutliche Kritik gestoßen. Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, Ulrich Schneider, sagte im „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Der 1. Oktober ist viel zu früh. Es gibt noch keine Lösung, wie die Verkürzung auf sechs Monate im Bereich des Zivildienstes aufgefangen werden kann.“ Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte die Pläne am Mittwoch bestätigt.

Ulrich Schneider forderte: „Das Ministerium muss ganz schnell mit den Trägern des Zivildienstes Kontakt aufnehmen und Vorschläge unterbreiten, wie Zivildienstleistende nach den sechs Monaten freiwillig verlängern können. Nur mit solchen Optionen werden die Träger den Zivildienst weiter gewährleisten können. Sollte das in der verbleibenden Zeit nicht zu schaffen sein, gehe ich davon aus, dass viele unserer Träger aus dem Zivildienst ausscheiden werden.“

Das Deutsche Rote Kreuz reagierte ebenfalls besorgt. „In der kurzen Zeit ist es uns unmöglich, einen Ersatz für die Leistungen zu schaffen, mit denen Zivildienstleistende den sozialen Angeboten des DRK eine besondere Qualität hinzufügen“, sagte Präsident Rudolf Seiters.

Auch das für die Zivildienstleistenden zuständige Bundesfamilienministerium ist verstimmt. „Der Vorstoß des Ministers ist mit uns und den Koalitionsfraktionen nicht abgestimmt“, hieß es in der Spitze des Hauses. „Die kriegen Ärger. Das läuft auf.“

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte angekündigt, den Wehrdienst bereits zum 1. Oktober von heute neun auf sechs Monate zu verkürzen; im Koalitionsvertrag hatten sich Union und FDP eigentlich auf eine Verkürzung zum 1. Januar 2010 verständigt.

„Ich freue mich, dass es gelungen ist, früher als vorgesehen ein Konzept für die Ausgestaltung des sechsmonatigen Wehrdienstes vorzulegen“, sagte Guttenberg. Die Grundausbildung soll dem Minister zufolge von drei auf zwei Monate reduziert, statt wie bisher 40 000 Wehrpflichtige sollen demnächst 50 000 pro Jahr eingezogen werden. Er widersprach dem Eindruck, dass er auf Druck aus dem Parlament handele und betonte, das Konzept werde „auch den Belangen des Zivildienstes gerecht“.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Newsticker


Anzeige


Umfrage

Protestieren Sie gegen ACTA?
Bundesweit sind Proteste gegen das internationale Handelsabkommen ACTA geplant. Es sieht unter anderem vor, Urheberrechtsverletzungen strenger zu ahnden. Kritiker befürchten Zensur und Überwachung vor allem im Internet. Beteiligen Sie sich am Protest?

Bildergalerien


Jahresrückblick


ksta-blogs.de


Kölner Stadt-Anzeiger auf dem iPad


Neue Videos – Politik/Nachrichten




Meistgelesene Artikel


Kolumne


Hintergrund


Die andere Meinung


Mein ksta.de


Forum


Brutto / Netto Rechner

Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.) Steuerklasse

Dienste