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Niederlande geschockt

Polizist ermordet Mädchen

Erstellt 17.03.10, 14:06h, aktualisiert 17.03.10, 16:50h

Entsetzen in den Niederlanden: Ein Polizist hat gestanden, ein zwölfjähriges Mädchen umgebracht zu haben. Die Polizei wurde dafür kritisiert, nicht sofort nach der Vermisstenmeldung eine große Suchaktion in der Nachbarschaft eingeleitet zu haben.

Milly
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Trauer um die getötete Milly. (Bild: dpa)
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Trauer um die getötete Milly. (Bild: dpa)
ROTTERDAM - Die Ermordung eines zwölfjährigen Mädchens durch einen Polizisten hat in den Niederlanden Entsetzen ausgelöst. Der 26 Jahre alte Beamte habe sich Dienstagabend gestellt und Ermittler zur Leiche der seit Tagen landesweit gesuchten Milly B. geführt - im Garten seines Wohnhauses in Dordrecht. Das teilten die Behörden am Mittwoch mit. Die Polizei wurde von Bürgern dafür kritisiert, dass sie nicht sofort nach der Vermisstenmeldung der Eltern am Mittwoch letzter Woche eine große Suchaktion in der Nachbarschaft einleitete.

Der geständige Täter habe unweit der Familie von Milly B. gewohnt, berichtete der Bürgermeister Arno Brok bei einer Pressekonferenz. Er habe das Mädchen unter einem Vorwand aus der elterlichen Wohnung mit in sein Haus genommen, dort umgebracht und die Leiche vergraben. Ob das Kind von dem Polizisten sexuell missbraucht wurde, sei noch unklar. Der Täter und das Mädchen hätten "in einer nachbarschaftlichen Beziehung gestanden", erklärte der Chefermittler.

Tat der Freundin gebeichtet

Der Täter hatte den Mord zunächst seiner Freundin gebeichtet, die ihn aufforderte, sich zu stellen. Am Dienstagabend meldete er sich bei einem Polizeirevier und führte seine Kollegen zu der Leiche. Ein Sprecher des Polizeikorps von Rotterdam-Rijnmond, bei dem der Täter beschäftigt war, erklärte, der Kindesmord durch einen Kollegen habe auf dessen Dienststelle "starke emotionale Reaktionen ausgelöst". Für einige der entsetzten Polizisten sei "professionelle Betreuung" organisiert worden.

Eine Untersuchung soll nun klären, ob die Polizei möglicherweise bei der Fahndung nach Milly versagt hat. Dordrechts Bürgermeister räumte ein, es habe von Anfang an Hinweise darauf gegeben, dass das Mädchen von einem Nachbarn mitgenommen worden sei. Milly hatte gerade mit ihrer Mutter telefoniert, als es an der Haustür klingelte. Das Kind beendete das Telefongespräch mit dem Hinweis, es wolle die Tür für einen davor wartenden Mann öffnen.

Mitschüler des Mordopfers bekundeten Trauer, äußerten sich aber auch wütend. "Wieso heißt es, dass die Polizei dein bester Freund ist?", schrieb jemand in ein Online-Kondolenzbuch. Justizminister Ernst Hirsch Ballin sprach den Eltern Millys das Beileid der niederländischen Regierung aus. (dpa)



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