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DIW-Studie

Kaum Rente für Ostdeutsche

Von Stefan Sauer, 17.03.10, 16:44h, aktualisiert 17.03.10, 19:26h

Ab 2030 werden die Renten für Ostdeutsche massiv sinken. Eine alarmierende Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung ergab, dass die Beträge deutlich unter das Niveau der Grundsicherung von 600 Euro fallen werden.

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Für Ostdeutsche fällt die Rente ab 2030 dramatisch. (Bild: dpa)
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Für Ostdeutsche fällt die Rente ab 2030 dramatisch. (Bild: dpa)
BERLIN - Kommende Rentnergenerationen in Ostdeutschland müssen sich gegenüber heutigen Rentnern auf drastisch sinkende Altersbezüge einstellen. Nach Berechnungen des deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wird die durchschnittliche Monatsrente für ostdeutsche Männer der Jahrgänge 1942 bis 1946 von 996 Euro auf 594 Euro für die Jahrgänge 1967 bis 1971 fallen. Die Rente der Frauen im Osten sinkt im Jahrgangsvergleich von 720 auf 466 Euro. Dagegen gehen die Altersbezüge für Männer im Westen nur sehr gering von 1104 auf 1090 Euro zurück, während Frauen der jüngeren Jahrgänge sogar höhere Monatsbezüge in Höhe von 591 Euro gegenüber 540 Euro der in den 40er Jahren geborenen Rentnerinnen verzeichnen.

Verantwortlich für diese gegenläufige Entwicklung sind nach Worten des DIW-Projektleiters Viktor Steiner vor allem die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit in den ostdeutschen Ländern und die steigende Frauenerwerbsquote im Westen. Zur Absenkung der Renten trage auch der demographische Faktor in der Rentenformel bei, der aber durch die um zwei Jahre längere Lebensarbeitszeit teilweise ausgeglichen werde. Daher müsse über weitere Erhöhungen des gesetzlichen Renteneintrittsalters nachgedacht werden, sagte Steiner.

Die DIW-Experten hatten für ihre Prognose die bisher feststellbaren Zeiten der Arbeitslosigkeit und geringfügiger Beschäftigung für die einzelnen Jahrgänge auf die Zeit bis zum jeweiligen Renteneintritt fortgeschrieben. Da für die älteren Jahrgänge in DDR-Zeiten praktisch Vollbeschäftigung herrschte und Arbeitslosigkeit erst nach der Vereinigung zum Problem wurde, liegen ihre Renten deutlich höher als die jüngerer Menschen, die bereits von Beginn ihres Arbeitslebens an mit Phasen der Erwerbslosigkeit zu kämpfen hatten.

Den Berechnungen zufolge werden 31,4 Prozent der zwischen 1967 und 1971 geborenen Männer und 46,6 Prozent der Frauen im Osten eine Rente zwischen 300 und 600 Euro und damit unterhalb der Grundsicherungsniveaus beziehen. Im Westen liegen diese Anteile bei nur 2,3 Prozent der Männer und 42,6 Prozent der Frauen. Die Euro-Beträge bilden die reale Kaufkraft zum Renteneintritt im Vergleich zu heute ab (Inflations- und Wirtschaftswachstumsraten einberechnet). Nicht berücksichtigt wurden Riester-Renten und andere Formen von privater Vorsorge oder Einkommen.



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